Crossair-Absturz vom 10. Januar: Unfallursache noch immer unklar

Das Eidg. Büro für Flugunfalluntersuchungen hat am Dienstag (28.03.) einen ersten Zwischenbericht über den Absturz einer Crossair-Maschine am 10. Januar bei Nassenwil (ZH) veröffentlicht. Über die Unfallursache wird darin nichts ausgesagt.

Dieser Inhalt wurde am 28. März 2000 - 14:31 publiziert

Knapp drei Monate nach dem Absturz einer Crossair-Maschine bei Nassenwil (ZH) ist die Ursache des Unfalls nach wie vor unklar. Die Untersuchung konzentiert sich weiter auf technische wie auch menschliche Faktoren, wie dem ersten Zwischenbericht des Büros für Flugunfalluntersuchungen vom Dienstag (28.03.) zu entnehmen ist.

Der Zwischenbericht zum Absturz der Saab 340 B vom vergangenen 10. Januar knapp zwei Minuten nach dem Start von Zürich-Kloten enthält auf acht Seiten eine Schilderung bereits gesicherter Tatsachen. Ihr sind unter anderem folgende neue Einzelheiten über den Unglücksflug zu entnehmen, bei dem alle zehn Insassen ums Leben kamen:

Ablauf des Unglücks-Fluges

Nach dem Start in Richtung Dresden flog die Maschine zunächst während rund sieben Sekunden vorschriftsgemäss eine Linkskurve. Während dieser Linkskurve machte der nichtfliegende Kopilot eine Eingabe ins Flugleitsystem, die das Flugzeug zum Drehfunkfeuer Zürich-Ost bringen sollte.

An der geographischen Position, bei der der Kopilot diese Eingabe machte, löste die Kursänderung einen automatischen Befehl für eine Rechtskurve aus, weil diese dem kürzeren Weg entspricht. Ob der Kopilot auch die Kurvenrichtung als zusätzliche Vorgabe eingegeben hat und damit eine Linkskurve definierte, ist laut Jean Overney, Chef des Büros für Flugunfalluntersuchungen, noch immer offen.

Der Kopilot war zu diesem Zeitpunkt mit dem Funkverkehr, mit der Navigation und mit Manipulationen beschäftigt, die im Steigflug verrichtet werden müssen. Er machte schliesslich den fliegenden Kommandanten darauf aufmerksam, dass die Maschine eigentlich nach links drehen sollte. Die Längsneigung des Flugzeugs nahm in dieser Phase rasch ab und es fand eine drastische Zunahme der Geschwindigkeit statt.

In der Folge schlug das Flugzeug in einem spiralförmigen Sinkflug mit hoher Geschwindigkeit auf ein Feld bei Nassenwil (ZH) auf. Die sieben Passagiere und die drei Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben.

Die weiteren Untersuchungen

Wie dem Zwischenbericht des Eidgenössischen Büros für Flugunfalluntersuchungen weiter zu entnehmen ist, läuft die Untersuchung zum Flugzeugabsturz nach wie vor mit grossem Aufwand weiter. Schwerpunkte seien derzeit eine verfeinerte Analyse der Daten von Flugdatenschreiber und Sprachaufzeichnungsgerät, die Untersuchung der Systeme des Flugzeugs, aber auch flugtechnische Aspekte, menschliche Faktoren sowie Ausbildung und Training der Besatzung.

Wann die Untersuchung beendet ist, ist laut Overney vorderhand noch offen. Den ungewöhnlichen Schritt der Veröffentlichung eines Zwischenberichts begründete der Chef des Büros für Flugunfalluntersuchungen mit dem Umstand, dass damit Druck auf die Untersuchungsorgane weggenommen werde und auch gewisse falsche Aussagen in der Öffentlichkeit korrigiert werden könnten.

Im Zwischenbericht machen die Untersuchungsorgane klar, dass die geschilderten Befunden vorderhand weder interpretiert noch beurteilt würden. Bis zum Abschluss der Untersuchung werde auf die Nennung von Ursachen verzichtet.

swissinfo und Agenturen

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