CSFB verkauft Onlinebank

Mit Online-Geschäften lässt sich immer weniger Geld verdienen. Keystone Archive

Credit Suisse First Boston (CSFB) hat die Onlinebank CSFBdirect für 520 Mio. US-Dollar an die Bank of Montreal verkauft - eine Reaktion auf die Flaute im Online-Handel.

Dieser Inhalt wurde am 28. November 2001 - 19:20 publiziert

Die Wettbewerbsbehörden der USA und Kanadas müssen den Verkauf noch absegnen. Die Genehmigung dürfte Anfang 2002 erfolgen, schreibt die zur CS Group gehörende Investmentbank CSFB am Mittwoch in einer Medienmitteilung.

Online-Handel im Tief

Die Flaute im Online-Handel habe die CSFBdirect nicht verschont, schrieb das "Wall Street Journal Online" am Mittwoch. Ende September seien im Schnitt noch 29'000 Transaktionen über die CSFBdirect abgewickelt worden. Im März 2000, auf dem Höhepunkt des Online-Handelsbooms, seien es noch 50'000 gewesen.

CSFBdirect wies im 1. Halbjahr 2001 einen Verlust von 72,6 Mio. Dollar aus. Ein Jahr zuvor hatte die Onlinebank noch 6,9 Mio Dollar Gewinn verbucht. Die Einnahmen waren im gleichen Zeitraum um 33% auf 132,2 Mio. Dollar gesunken, wie aus den im Juli publizierten Zahlen hervorgeht.

Fokussierung auf Kernkompetenzen

Die Veräusserung würde die Absicht der CS Group unterstreichen, das Geschäft auf die Kernkompetenzen zu fokussieren und die Kosten zu senken. Über die Höhe der Kosteneinsparungen konnte CSG-Sprecher Paul Rimmer allerdings keine Angaben machen.

Die Bank of Montreal integriere CSFBdirect in ihren Online-Bereich Harris InvestorLine. Der Sitz von CSFB bleibe in Jersey City, New Jersey. Ob Harris alle 662 CSFBdirect-Angestellten übernehme, liege im Ermessen der Bank of Montreal, sagte Sprecher Rimmer weiter.

Bis August wurden die Aktien der Online-Bank noch an der Börse gehandelt. Danach kaufte CSFB die umlaufenden Aktien für etwa 110 Mio. Dollar zurück.

Mitbringsel aus der Übernahme von DLJ

CSFBdirect hiess noch bis Mitte Januar DLJdirect. Die Credit Suisse hatte sie zusammen mit der US-Investmentbank Donaldson, Lufkin & Jenrette Mitte 2000 zusammen übernommen. Noch Ende des zweiten Quartals beschäftigte CSFBdirect 1'650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Mitarbeiterzahl sank inzwischen auf 662.

Die Onlinebank ist in den USA, Japan und Grossbritannien aktiv. Ende Oktober habe CSFBdirect insgesamt 1 Million Konten betreut mit Aktiven in der Höhe von 21 Mrd. Dollar, schrieb die CSFB.

Konzentration auf institionelle Kunden und Firmen in den USA

Die Kundschaft von CSFB seien hauptsächlich Privatkunden. CSFB wolle sich aber auf institutionelle Kundschaft und Firmen konzentrieren, begründete CSG-Sprecher Rimmer den Verkauf zusätzlich. Die Privatkundschaft in Europa werde nach wie vor von Credit Suisse Financial Services betreut.

Die Credit Suiss First Boston hatte im dritten Quartal einen Verlust von 204 Mio. Franken hinnehmen müssen. Die Bruttoeinnahmen sanken im gleichen Zeitraum um 17%. Die CSFB hatte daraufhin angekündigt, 2000 Stellen abbbauen zu wollen. Mit dieser und weiteren Massnahme will die CSG bis Ende 2002 1 Mrd. Dollar einsparen.

Bank of Montreal wird auch Kunde

Die Bank of Montreal hat mit der CSFB zudem einen mehrjährigen Vertrag unterzeichnet, teilte CSFB weiter mit. Die Bank of Montreal werde Kunde von Pershing, der Einheit Clearing- und Settlement der CSFB und von iNAUTIX, der Technologie-Gruppe von Pershing.

Wie die CS Group weiter mitteilte, wird auch der von der CSFB kontrollierte britische Onlinebroker DLJdirect Ltd an die TD Waterhouse Group Inc verkauft. Die TD Waterhouse Group gehört zur Toronto Dominion Bank. Ein Preis für die Transaktion wurde nicht genannt.

Die Transaktion sollte zu Beginn des nächsten Jahres abgeschlossen sein, hiess es. Sie unterliege aber noch der Bewilligung durch die Wettbewerbsbehörden.

swissinfo und Agenturen

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