Deiss zu Handelsgesprächen nach Tripolis

Symbol für das Land Gaddafis: Die aufstrebende libysche Hauptstadt Tripolis. Keystone

Joseph Deiss ist am Freitag als erster Schweizer Bundesrat zu einem offiziellen dreitätigen Besuch nach Libyen gereist.

Dieser Inhalt wurde am 18. August 2005 - 20:43 publiziert

Der Wirtschaftminister will die Handelsbeziehungen und Geschäftskontakte der beiden Länder ausbauen.

Der Besuch soll neben der Vertiefung der wirtschaftlichen Beziehungen das Interesse der Schweiz am libyschen Öffnungsprozess hervorheben, wie das Schweizer Volkswirtschaftsministerium (EVD) am Donnerstag mitteilte. Bei Deiss' Visite handelt es sich um den ersten offiziellen Arbeitsbesuch eines Bundesrats im Lande des Staatschefs Muammar al-Gaddafi.

Auf dem Programm stehen Gespräche mit dem libyschen Premierminister Shukri Ghanem, dem Wirtschafts- und Handelsminister Abdulgader Omar Elkahair, dem Finanzminister Mohamed Ali Al Haweij sowie dem Arbeitsminister Maatoug Mohamed Maatoug.

Wichtigster Öllieferant

Das nordafrikanische Land Libyen ist für die Schweiz kein unwichtiger Handelspartner. Immerhin ist das Land der wichtigste Rohöl-Lieferant für die Schweiz.

Im vergangenen Jahr erreichte der Warenaustausch zwischen der Schweiz und Libyen ein Volumen von gut 980 Mio. Franken. Davon zahlte die Schweiz allein 790 Mio. Fr. für Rohöl-Importe.

Libyen ist der drittwichtigste Absatzmarkt für Schweizer Produkte in Nordafrika und, gemessen am Gesamthandelsvolumen, der zweitwichtigste Handelspartner der Schweiz auf dem afrikanischen Kontinent nach Südafrika.

Zunehmendes Volumen

"Wir haben 2004 die Exporte nach Libyen um 55% steigern können, dank der Maschinenindustrie und dem Pharma- sowie Landwirtschaftssektor", sagte Jörg Reding vom Staatsekretariat für Wirtschaft (seco) gegenüber swissinfo.

In den ersten sechs Monaten hätten die Ausfuhren weitere 41% zugenommen, und das trotz der rekordverdächtig hohen Ölpreise.

Stark negative Handelsbilanz

Zahlenmässig wurden im letzten Jahr Waren im Wert von 190 Mio. Franken in den nordafrikanischen Staat ausgeführt, denen Einfuhren von 790 Mio. gegenüber standen.

Reding ist über die einseitige Handelsbilanz jedoch nicht beunruhigt. Diese Einseitigkeit sei aber im Kontakt zu einem Land mit aufstrebender Wirtschaft schon nicht üblich.

Trotz der guten Beziehungen besteht handelspolitischer Nachholbedarf: Die Zahl der bilateralen Wirtschaftsabkommen mit Libyen ist bisher bescheiden. Ein Luftverkehrsabkommen ist seit 1971 und ein Investitionsschutzabkommen seit 2004 in Kraft.

swissinfo, Urs Geiser

Fakten

Libyen ist der zweitgrösste afrikanische Handelspartner der Schweiz und deckt 40% der Schweizer Erdöl-Importe ab.
2004 führte die Schweiz Öl aus Libyen für 790 Mio. Franken ein (+4,5%).
Die Schweizer Exporte, vor allem der Maschinen- und Pharmaindustrie, beliefen sich 2004 auf 190 Mio. Franken, 55% mehr als im Vorjahr.

End of insertion

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen