Dem Ärger der Aktionäre ausgesetzt

Hüppi geriet infolge der schlechten Unternehmens-Leistung unter Druck. Keystone Archive

Rolf Hüppi, Konzernchef und Verwaltungsrats-Präsident der "Zürich", hat am Donnerstag (17.05.) an der Generalversammlung den Unmut der Aktionäre zu spüren bekommen. Die Decharge wurde jedoch erteilt.

Dieser Inhalt wurde am 17. Mai 2001 - 17:16 publiziert

Der Finanz-Dienstleistungs-Konzern "Zurich Financial Services" hat ein enttäuschendes Geschäfts-Jahr 2000 hinter sich: Der Gewinn ist um fast ein Drittel auf 2,3 Mrd. Franken zurückgegangen, die Aktienkurse sackten in den Keller.

Die Aktionäre übten an der Generalversammlung teilweise heftige Kritik an Konzernchef Rolf Hüppi. Anwesend waren in Zürich und London 2'495 Aktionäre.

Das Vertrauen in ihn sei verloren, hiess es etwa. Verschiedentlich wurde Hüppi zum Rücktritt aufgefordert. Er habe zu viel versprochen, bis er dann schliesslich im vergangenen Februar eine Gewinnwarnung bekannt gab.

Unter Beschuss kam Hüppi auch wegen seinem Doppelmandat als Verwaltungsrats-Präsident und Konzernchef des Unternehmens. Zudem stiessen die von ihm bezogenen Vergütungen - es wurde die Zahl von total 5,4 Mio. Franken genannt - auf Unverständnis.

In seinem Referat hielt Rolf Hüppi zuvor fest, dass das vergangene Geschäftsjahr auch aus seiner Sicht enttäuschend verlaufen sei. Die Erwartungen seien zu hoch gewesen, dies sei sicher auch ein Grund für den Einbruch der Aktien.

Neue Strategie in Umsetzung

Hüppi verwies auf die neue Strategie des Konzerns und zeigte sich überzeugt, dass "wir die Früchte dieser Arbeit in Form von Umsatz-Wachstum, geringeren Kosten und höheren Gewinnen ernten werden". Für dieses Jahr sind die Gewinn-Aussichten allerdings noch gedämpft.

Die "Zürich" habe den Willen zur Expansion. Dabei gehe es neben der Ausdehnung des traditionellen Geschäfts-Volumens auch um eine Verbreiterung der Dienstleistungen in der Vermögens-Verwaltung. Daneben will der Konzern Kosten sparen und sich von nicht strategischen Bereichen, darunter das Rückversicherungs-Geschäft, trennen.

Doppelmandat "kein Dogma"

Zum Doppelmandat sagte Hüppi, dass dieses Thema im Verwaltungsrat diskutiert werde. "Ein Dogma ist das Doppelmandat nicht", hielt Hüppi fest. Der Verwaltungsrat werde die Konstellation immer wieder überprüfen. Auch gebe es Pläne für seine Nachfolge: "Der Verwaltungsrat befasst sich damit", sagte Hüppi.

Decharge im zweiten Anlauf

Während der Rest des Verwaltungsrats und der Konzernleitung die Decharge der Aktionäre ohne Schwierigkeiten erhielten, wurde über die Entlastung von Rolf Hüppi separat abgestimmt.

Per Handmehr konnte dies allerdings nicht ermittelt werden, da etwa gleichviele Personen für wie gegen eine Entlastung Hüppis gestimmt hatten. In einer schriftlichen Abstimmung fiel das Resultat schliesslich sehr eindeutig zu gunsten Hüppis aus.

swissinfo und Agenturen

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