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Der Mystery Park scheint gerettet

Mystery Park in Interlaken: Bald wieder Sonne statt Wolken?

(Keystone)

Ein Zürcher will den finanziell angeschlagenen Mystery Park für 16 Mio. Franken kaufen. Dieser wurde von Erich von Däniken gegründet, dem erfolgreichsten Schweizer Autor.

Der Park ist aktuell in Nachlassstundung, weil er seit zwei Jahren in finanziellen Schwierigkeiten steckt.

Der Unternehmer Jakob Dietiker will den Park für 16 Mio. Franken aus der bisherigen Gesellschaft auskaufen und ihn dann weiterführen. Der Zürcher hat zugesichert, das Personal teilweise zu übernehmen. Ob aber alle Mitarbeitenden neue Verträge erhalten, ist noch offen.

Der Verwaltungsrat hat dem Kaufangebot Dietikers bereits zugestimmt. Der 68-Jährige - ein ehemaliger Unternehmer aus der Metallbranche, der heute zurückgezogen im Tessin lebt - hat die Kaufsumme auf einem Sperrkonto hinterlegt.

Ausserdem übernimmt Dietiker bis Ende Oktober eine Defizitgarantie für den Rätselpark, der auf Initiative vom Bestsellerautor Erich von Däniken entstanden ist. Von Däniken ist derjenige Schweizer Autor, der weltweit am meisten Bücher verkauft hat.

Zuschlag dem Meistbietenden

Ob Dietiker der neue Besitzer wird, ist allerdings noch nicht definitiv. Denn der im Rahmen der Nachlassstundung beauftragte Sachwalter Kurt Stöckli wird in den kommenden zwei Wochen ein Bietverfahren eröffnen, wie er am Montag an einer Medienkonferenz in Interlaken erklärte.

Beim Bietverfahren können allfällige weitere Interessenten Kaufangebote unterbreiten. So namentlich auch zwei bisherige Gegenspieler, die sich im Rahmen der Sanierung immer wieder bekämpft hatten. Den Zuschlag erhält laut Stöckli, wer das lukrativste Angebot macht.

Von Däniken optimistisch

"Beim Park handelt es sich um meinen Traum, und ich bin nun sehr glücklich, dass wir jemanden gefunden haben, der das Wissen und die Mittel hat, um den Mystery Park zu übernehmen," sagte Initiant Erich von Däniken gegenüber swissinfo.

Der Bau des Parkes habe 86 Mio. Franken gekostet, was eine sehr grosse Investition gewesen sei. "Im Sommer haben wir viele Besucher, aber nicht im Winter", umriss er eines der Probleme.

Von Däniken hob hervor, dass der Mystery Park kein Themenpark mit den herkömmlichen Bahnen und Attraktionen sei. "Hier lernen die Menschen etwas, und das ist einzigartig."

Er zeigte sich überzeugt, dass der Park eine Zukunft habe. "Dazu muss der Park aber moderner werden, denn wir können nicht an Ort treten."

Hahnenkampf

Die Angebote allfälliger weiterer Interessenten müssen die gleichen Bedingungen erfüllen wie das von Jakob Dietiker gemachte Angebot.

Eine zuvor noch diskutierte Sanierung des Parks via Aktienkapital fand nicht genügend Zustimmung, wie Stöckli weiter sagte. Kommt der Verkauf mit Dietiker zu Stande, gehen die Aktionäre leer aus und die beiden Kontrahenten, der ehemalige Verwaltungsratspräsident des Parks Oskar Schärz und Grossobligationär Franz Gyger, verlieren ihren Einfluss.

Offene Zukunft

Dem Verkauf muss schliesslich noch der Nachlassrichter zustimmen. Auch das Nachlassverfahren läuft weiter. Wie bei einem solchen Verfahren üblich, wird den Angestellten Ende Monat vorsorglich gekündigt.

Offen ist auch, wie sich der Park weiterentwickeln soll. Das hänge vom künftigen Käufer ab, sagte Stöckli. Zum jetzigen Zeitpunkt könne dazu noch nichts gesagt werden.

Erste Reaktion von Dänikens

Parkinitiator Erich von Däniken zeigte sich offen für Veränderungen. Es sei ihm Recht, wenn der Park allenfalls vergrössert werde, oder amerikanischer daher komme, Hauptsache es komme neuen Schwung ins Unternehmen.

Der Park gehöre zur Region und sei ein gutes Angebot, gerade auch bei Schlechtwetter. Das gute Geschäft im August belege dies, sagte er.

"Wir sind happy"

Geschäftsführer Fritz Zemp zeigte sich hoch erfreut über die sich abzeichnende Lösung. "Wir sind happy, und haben unsere Mitarbeitenden bereits informiert."

Der Rätselpark war im Sommer 2003 eröffnet worden. Nach einem guten ersten Jahr konnte er die erwarteten, hohen Besucherzahlen aber nicht erreichen und geriet in finanzielle Schwierigkeiten. Um die Sanierung des Parks brach ein Seilziehen zwischen Schärz und Gyger aus.

Mit diversen anderen Investoren wurden Gespräche geführt, ohne Erfolg. Mitunter entpuppten sich die potenziellen Geldgeber auch als unseriös.

swissinfo und Agenturen

Chronologie

21. Mai 1997: Der Schweizer Schriftsteller Erich von Däniken plant, auf dem ehemaligen Interlakner Militärflugplatz einen Erlebnispark über ungelöste Rätsel zu eröffnen.

24. Mai 2003: Der Mystery Park wird durch Erich von Däniken
eröffnet.

26. Mai 2004: Im ersten Jahr wird die Gewinnschwelle erreicht, mit 444'000 Eintritten das Besucherziel aber verfehlt (500'000).

17. Aug. 2004: Die Mystery Park AG setzt das Aktienkapital von 28 auf 24 Mio. Franken herab.

Sommer 2005: Der Park leidet unter den August-Hochwassern. 10% der 97 Stellen werden abgebaut.

20. Jan. 2006: Die Aktionäre stimmen einem Kapitalschnitt von 99% zu.

Frühling 2006: Alle Hoffnungen auf einen Investor zerschlagen sich.

31. Mai 2006: Der Mystery Park beantragt Nachlassstundung.

21. Aug. 2006: Der Schweizer Unternehmer Jakob Dietiker ist
bereit, den Park für 16 Mio. Fr. zu kaufen und weiterführen.

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