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Der polnische Präsident besucht die Schweiz

Polens Präsident Aleksander Kwasniewski sähe gern stärkere Investitionen der Schweizer Wirtschaft.

(Keystone)

Aleksander Kwasniewski, der Präsident Polens, befindet sich seit Mittwoch zu einem zweitägigen Staatsbesuch in der Schweiz. Im Zentrum des Besuchs stehen Wirtschaftsfragen.

Die guten Beziehungen zwischen den beiden Ländern würden sich durch Polens neue EU-Mitgliedschaft nicht verändern, versprach Kwasniewski.

Der hohe Gast aus Polen repräsentiert das grösste neue Mitgliedland der Europäischen Union (EU). Kwasniewski ist am späten Mittwochvormittag in Zürich gelandet und später auf dem Bundesplatz in Bern vom Gesamtbundesrat mit militärischen Ehren empfangen worden.

Danach stehen die ersten offiziellen Gespräche und ein Essen im Hotel Viktoria Jungfrau in Interlaken auf dem Programm. Am Donnerstag reist Kwasniewski dann in den Kanton Freiburg, die Heimat von Bundespräsident und Wirtschaftsminister Joseph Deiss.

Dort sind unter anderem Besuche in einem High-Tech-Unternehmen sowie an der Universität Freiburg geplant, wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mitteilte.

Trotz EU-Betritt: Schweizer gern gesehen

Kwasniewski will in den zwei Tagen vor allem über die wirtschaftliche Zusammenarbeit und über Schweizer Investitionen in seinem Land sprechen. In einem Interview mit der "NZZ am Sonntag" betonte er, dass das Handelsvolumen zwischen der Schweiz und Polen zuletzt 1,2 Mrd. Dollar betragen habe.

Die engen Beziehungen zwischen beiden Ländern verlören durch Polens EU-Mitgliedschaft keineswegs an Bedeutung, versicherte er. Mit dem EU-Beitritt eröffneten sich sogar neue Möglichkeiten für Schweizer Investoren in Polen.

Kwasniewski erinnerte daran, dass Polen am meisten von der Schweizer Aufbauhilfe für Ostmitteleuropa profitiert habe. "Seit 1990 haben wir etwa 120 Mio. Franken erhalten." Bei Problemen mit der EU könne die Schweiz bestimmt "auf unser grundsätzliches Wohlwollen zählen", wurde er in der Zeitung zitiert.

Keine Hauptrolle

Nach Angaben der Schweizerischen Nationalbank (SNB) liegt die Schweiz bei den Direktinvestitionen in Polen auf dem 15. Rang, unter anderem nach Deutschland, Frankreich und Grossbritannien.

"Die Pharma- und Maschinen-Industrie sowie chemische Produkte sind die drei Hauptsektoren, die 75% der Schweizer Exporte nach Polen abdecken", sagte Siamak Rouhani vom Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) gegenüber swissinfo.

In den ersten sieben Monaten des Jahres hat das Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern um 30% zugenommen. Ob diese Steigerung mit dem EU-Beitritt Polens zusammenhängt, ist für das seco jedoch unklar.

Rouhani geht davon aus, dass der Schub im Handelaustausch der beiden Länder in den nächsten Jahren weiter anhalten werde. Weil das Engagement der Schweizer Wirtschaft aber bereits vor dem EU-Beitritt Polens stark gewesen sei, erwartet er keinen direkten Boom.

Enger Verbündeter der USA

Polen ist das grösste der zehn Länder, die im Mai 2004 der Europäischen Union beigetreten sind. Mit seinen über 38 Millionen Einwohnern zählt das Land in der erweiterten Union zu den Schwergewichten.

Das ehemalige Mitglied des Warschauer Pakts ist heute ein enger Verbündeter der USA. So befürwortete die polnische Regierung den Angriff der USA auf Irak im März 2003. Das Land stellt ein Kontingent von 2500 Soldaten in Irak. Seit einem Jahr ist Polen für eine Besatzungszone im Süden der Hauptstadt Bagdad zuständig.

Zuletzt war mit Lech Walesa am 25. und 26. Mai 1994 ein polnischer Präsident auf Staatsbesuch in der Schweiz. Im Jahr 2000 reiste der damalige Bundespräsident Adolf Ogi in die polnische Hauptstadt Warschau und erwiderte so den Besuch Walesas.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Polen ist seit dem 1. Mai Mitglied der EU.
Mit seinen 38 Mio. Einwohnern ist es ein Schwergewicht der Brüsseler Gemeinschaft.
Im Jahr 2000 wurde Kwasniewski für eine zweite Amtszeit als Präsident Polens bestätigt.

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In Kürze

Polens Präsident Aleksander Kwasniewski stattet der Schweiz einen zweitägigen Besuch ab.

Er spricht mit Bundespräsident Joseph Deiss und dem übrigen Landesregierung vor allem über die wirtschaftlichen Beziehung der beiden Länder.

Auf dem Programm steht unter anderem ein Besuch der Universität Freiburg.

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