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Der unaufhaltsame Aufstieg des Südens

Zwei Männer in Peking an der Arbeit: China gehört zu den aufstrebenden Wirtschaftsmächten in Sachen ICT.

(Keystone)

Die Länder des Südens sind im Bereich der Informations- und Kommunikations-Technologien (ICT) längst nicht alle mittellos.

Mächte wie Indien, China und Brasilien werden sogar langsam zu einer gewichtigen Konkurrenz für die westlichen Länder.

"Meine Gesprächspartner in Europa und den USA vernehmen meist mit Staunen, dass einer der wichtigsten Operateure in der chinesischen Telekommunikation ausserhalb der Landesgrenzen nach Märkten sucht, wenn es doch in China selbst noch so viel zu tun gibt, erklärte Bruno Lanvin, Leiters des Weltbank-Informationsprogramms für die Entwicklung.

"Sie realisieren nicht, dass dieses Land immer mittel- und langfristig denkt und sich jetzt schon wie eine Grossmacht benimmt."

Diese kleine Anekdote des illustriert genau, wie sich das Kräfteverhältnis zwischen dem Westen und der Dritten Welt, wie sie noch immer heisst, verändert.

Das Gewicht Asiens

Natürlich gibt es den Nord-Süd-Graben nach wie vor, wie der jüngste "Bericht über die menschliche Entwicklung" des UNO-Entwicklungsprogramms UNDP zeigt.

Der Bericht hält auch fest, dass über die Hälfte der Milliarde Menschen, die mit weniger als einem Dollar pro Tag leben müssen, in China und Indien leben.

Gleichzeitig sind diese zwei Länder aber auch die beiden Wirtschaftsmächte, welche die westlichen Länder am stärksten konkurrenzieren. Und das vor allem im Bereich Informations- und Kommunikations-Technologien (ICT).

"Von 1985 bis 2000 hat Indien Ländern wie der Schweiz die spezialisierten Arbeitskräfte zur Verfügung gestellt, die in der Informatik fehlten. Die Konkurrenz lag weniger bei den Preisen als bei den technischen Fähigkeiten", betont Pierre Page.

Und der Präsident von Teknosoft, einer in Nyon ansässigen Firma, weiss, wovon er spricht. Seit über 15 Jahren ist der Schweizer Partner der Tata Consultancy Services, dem indischen Riesen für Informatik-Dienstleistungen.

"Heute hat die Entwicklung der Dienstleistungen in der Informatik (Callcenters, Back office) den Abbau von Stellen in Europa und den USA zur Folge", fügt Page an.

Zur Zeit profitieren vor allem Indien und China von dieser Entwicklung. Aber auch andere Länder des Südens, in Lateinamerika und Afrika, sind am Aufholen.

Ganz neue Öffnung

Dank der Entwicklung der Telefon- und Informatik-Netzwerke finden nun auch Menschen im Süden Arbeitsstellen in den reichen Ländern. Dazu müssen sie sich nicht einmal unbedingt von zuhause wegbegeben.

Und die Palette der in Ländern wie Indien, China, Brasilien und Senegal gebotenen Dienstleistungen weitet sich laufend aus.

"Die Beziehungen zwischen Indien und der Schweiz im Bereich Informations-Technologien sind bereits recht weit fortgeschritten", bestätigt Jacques Derron, Wirtschaftsberater der Schweizer Botschaft in New Delhi.

"Wir denken schon über die nächste Etappe nach. Das könnten die Biotechnologien sein. Wenn die Schweiz international wettbewerbsfähig bleiben will, muss sie Produkte zu möglich tiefen Preisen anbieten", betont der Ökonom.

Sozialer Graben

Der digitale Graben ist immer weniger geografischer Art. Dank den Informations-Technologien nehmen gar die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den verschiedenen Ländern dieser Erde in nie da gewesener Weise zu.

Trotzdem aber gibt des den digitalen Graben noch. Er liegt, im Süden wie im Norden, innerhalb der Länder selber. Er trennt die Menschen, welche die Informations-Technologien zur Nutzung ihrer Fähigkeiten einsetzen können von jenen, die schlecht oder gar nicht ausgebildet sind.

swissinfo, Frédéric Burnand, Genf
(Übertragung aus dem Franzöischen: Charlotte Egger)

In Kürze

Dank der Entwicklung der Informations- und Kommunikations-Technologien (ICT) können im Bereich Dienstleistungen immer mehr Länder des Südens mit jenen des Nordens konkurrenzieren.

Asien ist bereits ein Schwergewicht in diesem Bereich. Aber auch einige Länder in Afrika und Lateinamerika beginnen sich zu profilieren.

Von dieser Dynamik profitieren vor allem Länder, die in Ausbildung und Forschung investieren.

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