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Detailhandel in Champagnerlaune

Der Detailhandel meldet bei allen Warengruppen ein Umsatz-Plus. Keystone

Den Konsumenten in der Schweiz sass das Portemonnaie im ersten Halbjahr deutlich lockerer als im Vorjahr. Die Umsätze im Detailhandel legten nominal um 3,7% zu.

Dieser Inhalt wurde am 15. August 2007 - 17:58 publiziert

Besonders stark gefragt waren Wohnungseinrichtungen und Büroelektronik. Für die zweite Jahreshälfte muss sich der Handel voraussichtlich auf härtere Zeiten einstellen.

Teuerungsbereinigt ergab sich ein Wachstum von 4,9%, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Mittwoch auf Basis provisorischer Zahlen mitteilte. Damit ist das Preisniveau im Detailhandel insgesamt weiter gesunken. Bei gleicher Zahl der Verkaufstage ergab sich ein Plus von 4,5%.

Im Juni glänzte der Detailhandel mit einem nominalen Wachstum von 4,1% gegenüber der Vorjahresperiode. Real betrug die Umsatzsteigerung sogar 5,1%. Um die Zahl der Verkaufstage bereinigt, ergab sich ein Wachstum von 1%.

Viel Geld für Wohnungseinrichtungen

Am stärksten stieg im Juni der Umsatz für Wohnungseinrichtungen (nominal +16,4%) sowie für Unterhaltungs- und Büroelektronik (+11,3%). Für die persönliche Ausstattung wurde ebenfalls deutlich mehr ausgegeben (+10,2%).

Für Kleider und Schuhe gaben die Konsumenten 3,1% mehr aus. Bei Tabak und Raucherwaren betrug das Plus 4,7%, bei den Nahrungsmitteln 1,2%.

Den einzigen Rückgang verzeichnete das BFS bei den Getränken (-3,1%). Im Vorjahr hatte allerdings die Fussball-Weltmeisterschaft die Verkäufe von Getränken, insbesondere Bier, beflügelt.

Nach Betriebsgrösse betrachtet, verzeichneten die mittelgrossen Unternehmen (mit 15 bis 45 Vollzeit-Stellen) die kräftigsten nominalen Umsatzsteigerungen (+6,3%). Es folgen die grossen Unternehmen (mehr als 45 Stellen), die sich um 5% verbesserten. Die kleinen Firmen (weniger als 15 Stellen) konnten noch um 1,8% zulegen.

Härteres Geschäft, sinkende Konsumentenstimmung

Die Detailhändler müssen sich für die nächsten sechs Monate allerdings auf härtere Zeiten einstellen. Im Juli hatten sich die Konsumentinnen und Konsumenten erstmals seit eineinhalb Jahren wieder pessimistischer gezeigt. Offenbar beurteilten sie die Wirtschaftsentwicklung und ihre Sparmöglichkeiten weniger optimistisch.

Der in 1100 Haushalten erhobene Index der Konsumentenstimmung sank seit der letzten Befragung im April von plus 20 auf plus 15 Punkte. Allerdings kann sich der Detailhandel damit trösten, dass die Stimmung der Konsumenten noch immer weit über dem langjährigen Durchschnitt liegt.

Schwächer entwickelten sich auch die übrigen Indikatoren, die nicht in die Berechnung der Konsumentenstimmung einfliessen. So zeigen sich die Konsumenten hinsichtlich der Wirtschaftsentwicklung und der Möglichkeit, Ersparnisse zu bilden, nicht mehr so optimistisch.

Die Konsumenten-Einschätzung ging auch bezüglich der Arbeitsplatz-Sicherheit und des Zeitpunkts zur Finanzierung grösserer Anschaffungen ein wenig zurück. Dafür verschoben sich die Teuerungserwartungen für die nächsten 12 Monate nach oben.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Anstieg Detailhandelsumsätze 1. Halbjahr 2007, gemessen an den ersten sechs Monaten 2006: nominal +3,7%
Teuerungsbereinigt: +4,9%

Nach Warengruppen (real):
Wohnungseinrichtungen: +6,5%
Körperpflege und Gesundheit: +10,9%
Unterhaltungs- und Büroelektronik: +15,3%
Bekleidung und Schuhe: + 7,7%
Nahrungsmittel und Getränke: +1,9%
Tabakwaren: -0,7%

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