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Deutsche Bank steigt in Piccards Solar-Flugzeug

Computeranimation des Solar-Flugzeuges.

(Keystone)

Betrand Piccard hat für sein Projekt, mit einem Solar-Flugzeug die Welt zu umrunden, die Deutsche Bank als dritten Hauptsponsor gewonnen. Damit wird die Entwicklung des Flugzeuges möglich.

2011 will Piccard mit dem Fluggerät abheben, das ausschliesslich mit Sonnenstrom betrieben wird. Das Projekt sei eine Botschaft für erneuerbare Energien.

Das Solar-Flugzeug soll im Jahr 2011 auf dem Flug um die Welt fünf Mal in jedem Kontinent aufsetzen, wie der 49-jährige Westschweizer Ballon-Rekordpilot Bertrand Piccard sagte.

Die grösste Bank Deutschlands will das 100 Millionen Franken teure Projekt Solar Impulse von Piccard und Andre Borschberg über fünfJahre mit insgesamt 15 Millionen Franken mitfinanzieren, wie Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann erklärte.

Mit Blick auf den Klimawandel fügte Ackermann an: "Wir können die Augen, die Ohren und das Herz nicht verschliessen vor diesen gewaltigen Herausforderungen." Auch die Banken stünden in der Verantwortung. "Ich stelle mich aber nicht als Testpilot zur Verfügung", schränkte er ein.

Prototyp noch in diesem Jahr

Weitere Hauptsponsoren des Projekts sind die Chemie- und Pharmagruppe Solvay und der Uhrenhersteller Omega. Nach einem vierten Hauptpartner wird laut Piccard noch gesucht.

Noch in diesem Jahr wird mit dem Bau des Prototyps begonnen. Das Fluggerät mit 60 Metern Spannweite und einer Kabine ohne Druckausgleich soll 2008 erstmals starten.

Der grössere Flieger für den Rekordversuch wird mit 80 Metern die Spannweite des Airbus A380 haben. Seine Motorleistung dagegen ist mit zwölf Pferdestärken nicht grösser als jene der Maschine, welche die Gebrüder Wright 1903 für ihren weltweit ersten Motorflug benutzten.

36 Stunden ohne Treibstoff

In der winzigen Kanzel dieses Solar-Flugzeugs hat nur ein Mensch Platz. Im Mai 2011 will Piccard zum Rekordflug starten und die Welt in der Nähe des Äquators, aber vorwiegend über der nördlichen Halbkugel umrunden, wie er auf seiner Homepage schreibt. Auf allen Kontinenten sind Zwischenlandungen geplant.

Dabei soll der Pilot ausgewechselt und für umweltfreundliche Technik geworben werden. Zunächst müssen Piccard und seine 35-köpfige Mannschaft aber beweisen, dass der Solarflieger in der Nacht nicht vom Himmel fällt. Dafür soll er tagsüber seine Batterien aufladen.

Für den Ingenieur André Borschberg ist das der schwierigste Teil des Projekts: "Bisherige Solarflugzeuge fliegen von 10 bis 15 Uhr." Der Prototyp soll ohne Treibstoff 36 Stunden in der Luft bleiben. Vor der Weltumrundung will Piccard 2010 den Atlantik überqueren.

swissinfo und Agenturen

Bertrand Piccard

Der Psychiater wird am 1. März 1958 in Lausanne in einem Umfeld von Forschern und Wissenschaftern geboren.

Sein Grossvater August Piccard (1884-1962), war Professor für Physik an der Universität Zürich und ebnete mit der Erfindung der Druckkapsel und des Stratosphärenballons den Weg für die moderne Fliegerei und die Eroberung des Weltraums.

Sein Vater, Jacques Piccard (1922), stellte den Tiefseetauchweltrekord (- 10'916 Meter) im Marianengraben auf, dem tiefsten Punkt der Ozeane.

Später erfindet er den Mesoskaphen, ein Tauchboot für mittlere Tiefen und baut das erste Touristen-U-Boot der Welt.

Bertrand Piccard nimmt 1983 als Europameister im Kunstflug an der ersten Tour de France für Ultraleichtflugzeuge teil und überquert als erster die Alpen im Ultraleichtflugzeug in der Richtung Schweiz-Italien.

Im März 1999 umrundet Piccard zusammen mit seinem Co-Piloten Brian Jones im Heissluftballon "Breitling Orbiter 3"die Erde. Die beiden brauchen dafür 19 Tage, 21 Stunden und 47 Minuten.

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