Die EFTA und Indien wollen sich näher kommen

Doris Leuthard (links) und ihr indischer Kollege Kamal Nath. Keystone

Die Schweizer Volkswirtschaftsministerin und der indische Handelsminister haben im Hinblick auf ein Wirtschaftsabkommen eine Absichtserklärung unterzeichnet.

Dieser Inhalt wurde am 01. Dezember 2006 - 18:59 publiziert

Die Schweiz hat am Freitag in Genf eine Sitzung der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) präsidiert.

Die EFTA will ein Freihandelsabkommen mit Indien prüfen. Dies beschlossen die zuständigen Minister der vier EFTA-Länder Island, Liechtenstein, Norwegen und Schweiz an einem Treffen mit dem indischen Handelsminister in Genf.

Die Minister unterzeichneten an dem von Bundesrätin Doris Leuthard präsidierten Treffen eine Erklärung zur Schaffung einer gemeinsamen Studiengruppe. Diese soll eine Machbarkeitsstudie erarbeiten, welche zu Verhandlungen über ein umfassendes Wirtschaftsabkommen führten könnte.

Indien sei mit seiner rasch wachsenden, grossen Volkswirtschaft von grossem Interesse, hielt Leuthard fest. Das erste Treffen der gemeinsamen Studiengruppe soll im Januar stattfinden.

Motor für Weltwirtschaft

Indiens Handels- und Industrieminister Kamal Nath sprach von einem bedeutenden Fortschritt. Freihandelsabkommen seien ein Motor für die Weltwirtschaft.

Die EFTA-Minister zeigten sich auch erfreut über die Wiederaufnahme der Arbeit in den Verhandlungsgremien zur Doha-Liberalisierungsrunde der Welthandelsorganisation (WTO).

Reihe von bilateralen Abkommen

Die Verhandlungen von EFTA-Freihandelsabkommen basierten auf dem multilateralen Handelssystem der WTO und unterstützten die weiteren Liberalisierungsbemühungen komplementär.

Am 1. September 2006 konnte die EFTA ein Freihandelsabkommen mit Südkorea in Kraft setzen. Am 1. Januar 2007 folgt eines mit Libanon, in Kürze soll auch das Freihandelsabkommen mit den SACU-Staaten (Botswana, Lesotho, Namibia, Südafrika und Swasiland) besiegelt sein.

Beendet sind die Freihandelsverhandlungen mit Ägypten. In den nächsten Monaten soll ein Abkommen unterzeichnet werden. Es werde ein weiterer Meilenstein in der Schaffung einer euro-mediterranen Freihandelszone, hiess es. Weitere Bemühungen laufen mit Kanada, China, Indonesien und Japan, sowie mit Russland und der Ukraine, sobald diese beiden Staaten der WTO beigetreten sind.

swissinfo und Agenturen

Fakten

2004 betrugen die Schweizer Exporte nach Indien 1,2 Mrd. Franken (+ 37% gegenüber 2003, vorwiegend Maschinen).

Die Importe beliefen sich auf 548 Mio. Franken (+ 9,6%, v.a. Textilien, Schmuck, chemische Produkte).

2004 stiegen die Direktinvestitionen zwischen den beiden Partnern auf 165 Mio. Fr..

Die Schweizer Entwicklungshilfe finanziert jährlich Projekte in den Bereichen Umwelt, Energie und Gesellschaft von rund 30 Mio. Fr.

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In Kürze

Die Schweiz ist einer der sieben Gründerstaaten der EFTA. Als mittelgrosses Land mit einer starken Exportwirtschaft profitiert sie vom Handel mit den andern EFTA-Ländern.

Die Schweiz profitiert auch von den Freihandelsabkommen der EFTA mit Drittländern wie Südkorea, Mexiko oder Israel.

Der Handel auf Basis dieser Abkommen entspricht 7% der Schweizer Exporte.

Der Handel mit den Partnerländern der EFTA wächst schneller als der gesamte Aussenhandel der Schweiz.

Bilaterale Verträge sind eine der drei Säulen der schweizerischen Aussenhandelspolitik. Die zwei andern sind die Mitgliedschaft zur Welthandelsorganisation WTO und die Beziehungen zur EU, welche auf einem Freihandelsvertrag aus dem Jahr 1972 basieren.

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