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Die SBB setzen auf Elektronik

Die SBB werden mit Hilfe der Elektronik die Geleise noch besser auslasten.

(SBB)

Die Lokomotiven der Schweizerischen Bundesbahnen fahren öfter und immer schneller. Das bedingt den elektronischen Lokomotivführer.

Ihre Message verpacken die SBB in einen Satz: "Wir wollen in den kommenden 15 Jahren rund 2,9 Mrd. Franken in neue Technologien und ein leistungsfähigeres Schienennetz investieren."

All die Neuerungen sind aus zwei Gründen nötig: Einmal wird der Eisenbahn-Verkehr in den kommenden Jahren "europäisiert" und die Züge werden schneller fahren.

Damit kann der Lokomotivführer die Signale nicht mehr von blossem Auge lesen. Sie flitzen zu schnell an seinem Auge vorbei. Also muss der elektronische Führerstand eingeführt werden, und zwar europaweit. "Er unterstützt den Lokomotivführer, ersetzt ihn aber nicht", sagt man bei den SBB.

Zugsicherungs-System

Bislang gibt es auch in der Schweiz erst eine Teststrecke für ETCS. Dieses neue europäische Zugssicherungs-System wird in der Schweiz zwischen Zofingen und Sursee auf der Strecke Olten-Luzern getestet. Der von den Bahnen und der Industrie gemeinsam erarbeitete Standard GSM-R macht die Signale an der Strecke überflüssig. Die "Signalisation" findet in Zukunft im Cockpit des Lokomotivführers statt.

"Definiert wurde der Standard", so SBB-Sprecher Jean-Louis Scherz "von der technischen Abteilung der UIC in Utrecht in Holland. Ist das System europaweit eingesetzt, können die Züge endlich von Land zu Land fahren ohne komplizierte Maschinen, Strom und Signalwechsel. Das wird aber noch Jahre dauern. "So gesehen verkehren der französische TGV und der deutsche ICE noch nicht europa-kompatibel," sagt Scherz.

Die Schweiz muss aber 2004 bereit sein. Deshalb die Tests zwischen Olten und Luzern. In zwei Jahren fahren die Züge zwischen Rothrist und Mattstetten (Strecke Bern-Zürich) mit einer Geschwindigkeit von 200 Kilometern pro Stunde.

Ganze 830 Mio. Franken gibt die SBB in den kommenden Jahren aus, um das ETCS von den heute noch vorhandenen Kinderkrankheiten zu befreien und schrittweise auf den Hauptstrecken zu installieren.

Elektronische Stellwerke

Bis 2008 sollen 750 Stellwerke in der Schweiz durch standardisierte vollelektronische Stellwerke ersetzt werden. Damit lasse sich der Bahnbetrieb rationalisieren und zentral steuern, sagen die Bundesbahnen.

Diese Erneuerung wird insgesamt 1,7 Mrd. Franken kosten und ist auf die kommenden 15 Jahre ausgerichtet. Züge können dann in zeitlich kürzeren Abständen verkehren. Auf Strecken mit Doppelspur fahren sie gar wahlweise auf beiden Geleisen.

Kapazitäten um 30% ausbauen

Das Schienennetz in der Schweiz stösst immer mehr an die Grenzen der Kapazität. Auf den Hauptstrecken soll sie mit den genannten Investitionen um 30% gesteigert werden. Insgesamt 2,9 Mrd. Franken liegen dafür bereit.

Das mit 128 Zügen pro Strecke bereits am dichtesten befahrene Bahnnetz in Europa soll dank modernster Technologie noch besser ausgelastet werden, sagt SBB-Chef Benedikt Weibel.

Facelifting für Bahnhöfe

Nicht nur in die Geleise und die Elektronik wird investiert. Für 340 Mio. Franken gestalten die SBB ihre Regionalbahnhöfe vollständig neu. Ende Jahr werden bereits 80 Stationen umgebaut sein, bis 2006 sollen 619 Stationen in der ganzen Schweiz gemäss SBB "im modernen Licht" erscheinen.

Dass sich die SBB um die Regionalbahnhöfe kümmert, hat seinen guten Grund: Denn 80 Prozent der Bahnreisenden benutzen den Regionalverkehr. Mit den 619 aufgefrischten Stationen kommen die SBB den Bahnkundinnen und -kunden entgegen.

Sie sollen sich beim Benützen der Bahn wohl fühlen und können sich mit modernen Instrumenten einfach und rasch informieren, sagt SBB-Projektleiter Dieter Baumann. Lange habe man kleine Stationen teilweise vernachlässigt, "nun haben wir eine Antwort gefunden - nicht nur für das Auge, sondern auch für das Aufenthaltsgefühl".

Urs Maurer

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