Die Spur verliert sich - die Idee lebt weiter

Penan-Kinder in Sarawak. Wie sieht wohl ihre Zukunft aus? Do not publish as copyright information is not clear

Seit einem Jahr wird der Schweizer Umwelt-Aktivist, Bruno Manser, vermisst. Seine Spuren verlieren sich im Urwald von Sarawak auf Borneo. Mit einem Mahnbaum und verschiedenen Aktionen gedenkt der Bruno-Manser-Fonds auf dem Berner Bärenplatz dieses Jahrestages.

Dieser Inhalt wurde am 22. Mai 2001 - 12:29 publiziert

Tagelang haben Freunde und Freundinnen des verschollenen Naturforschers und radikalen Umweltschützers an einem Mahnbaum für Manser geschnitzt. Am Mittwoch (23.05.) wird der Baum auf dem Bärenplatz aufgestellt. An der Feier für den engagierten Kämpfer der Urwälder wird eine Erklärung von Bundesrätin Ruth Dreifuss verlesen. Zudem werden Vertreter aus der Politik und des Bruno-Manser-Fonds Reden halten. Auf dem Programm steht auch ein Auftritt des Kabarettisten Franz Hohler.

"Es geht darum, die Erinnerung an Bruno Manser, diesen grossartigen Kämpfer für Menschenrechte und Urwälder, wach zu halten und seinen Anliegen, die noch immer sehr modern und aktuell sind, weiterhin eine Plattform zu bieten", sagt John Künzli, Sekretär des Bruno-Manser-Fonds, BMF.

Suche bisher ergebnislos

Die letzten verlässlichen Nachrichten über Bruno Manser datieren vom 23. Mai 2000. Seine Familie sucht ihn seit Monaten verzweifelt, über diplomatische Kanäle und über Freunde vor Ort. Auch die Nachforschungen des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten EDA brachten bisher wenig Konkretes.

Ad acta gelegt wird der Fall Manser jedoch nicht. Botschafter Walter Thurnherr, Chef der zuständigen Abteilung im EDA: "Wenn wir nicht mehr wissen, wo weiter suchen, dann werden wir auf einen passiven Modus umschalten. Im Moment sind wir aber noch immer in der aktiven Phase, das heisst, wir stossen nach, zusammen mit den Behörden, aber auch über unsere eigenen Kanäle."

Alles ist möglich

Was mit Bruno Manser geschehen ist, weiss man nicht. Er könnte im malaysischen Dschungel verunglückt oder umgebracht worden sein, denn immerhin gilt der Kämpfer für die Rechte der Penan in Malaysia als Staatsfeind. Die Holzfäller-Firmen haben auf ihn sogar ein Kopfgeld ausgesetzt. Vielleicht sitzt Bruno Manser irgendwo fest und taucht plötzlich wieder auf. Ein winziger Hoffnungsschimmer.

"Wir sind etwas ratlos", sagt Erich Manser, der Bruder des vermissten Umweltschützers. Die Chance, Bruno zu finden, sei sehr klein, denn es hätten schon so viele Leute Nachforschungen angestellt. Das EDA habe seine Möglichkeiten ausgeschöpft, und die Nachforschungen der Interpol hätten ebenfalls nichts ergeben. Laut Erich Manser haben die malaysischen Behörden im Fall Manser wenig Interesse gezeigt. Für sie halte sich sein Bruder nicht in Sarawak auf, weil er, als Persona non grata, gar nicht legal eingereist sein kann.

Das Erbe des radikalen Aktivisten

John Künzli vom BMF ist überzeugt, dass Bruno Mansers Idee vom Zusammenleben der vielen Kulturen und der biologischen Vielfalt auf diesem Planeten durch andere engagierte Leute weiterleben wird. "Da Bruno nicht mehr an der Front steht, liegt es nun an uns, seine Position weiterzutragen", betont Künzli gegenüber swissinfo.

Auf der Suche nach dem "physischen Bruno Manser" seien sie nicht mehr, sagt John Künzli. Sie wüssten gar nicht mehr, wo suchen. "Die Suche nach Klarheit aber darüber, was mit Bruno geschehen ist, die ist nicht abgeschlossen."

Die Penan-Nomaden auf Sarawak glaubten ebenfalls nicht mehr, dass Bruno Manser noch lebe, sagt der BMF-Sekretär. "Auch die Penan sind daran, Abschied zu nehmen, so wie wir das hier auch irgendwie tun."

Gaby Ochsenbein

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