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Digital Divide

Internetzugang in Afrika ist ein Privileg.

(Keystone)

"Digital Divide", die digitale Kluft zwischen der Ersten und der Dritten Welt, ist das Hauptthema des WEF. Wie kann dieser Graben überwunden werden? Die Schweiz hat damit erste Erfahrungen gesammelt.

In der Schweiz hat sich in den letzten drei Jahren der Anteil der Internet-Nutzenden beinahe verdreifacht: An der Schwelle zum neuen Jahrtausend surfen rund 25 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner im Netz der Netze.

Die Schweiz liegt damit im vorderen europäischen Mittelfeld. Zum Vergleich: In Deutschland haben 14 Prozent, in Frankreich 13 Prozent der Menschen Zugang zum Internet. In den führenden Ländern Schweden sind es 40 Prozent und in Finnland 38 Prozent.

Internetzugang als Privileg

Weltweit können nur gerade 5 Prozent der Bevölkerung das Internet nutzen. Davon leben laut der Internationalen Arbeitsorganisation ILO über vier Fünftel in Industriestaaten. In Afrika und dem Nahen Osten zusammen sind nur ein Prozent der Internetnutzenden zu Hause.

Laut der neusten Studie der AG für Werbemittelforschung (Wemf) ist der typische Schweizer Nutzer männlich, gutverdienend, Mitte 30 und verfügt über eine höhere Schulbildung.

Obwohl die Nutzerzahlen massiv wachsen, bestehen nach wie vor beträchtliche Zugangslücken zum Internet - je nach Alter, Geschlecht, Bildung und Einkommen.

Zugangslücken auch in der Schweiz

So sind nur 13,8 Prozent der regelmässigen Benutzerinnen und Benutzer 50 jährig oder älter, obwohl diese Altergruppe über einen Drittel der Gesamtbevölkerung der Schweiz ausmacht.

Frauen sind weniger häufig am Computer als Männer, und die meisten PCs stehen in Haushalten, die ein Einkommen zwischen 4'000 und 6'000 Fr. haben.

Gebildete surfen anders

Studien zeigen zudem, dass Internauten mit einer höheren Schulbildung das Internet ganz anders nutzen als weniger Gebildete. Während Internetbenutzer mit hohem Bildungsstand das Netz serviceorientiert für E-Banking, E-Shopping oder Fahrplanauskünfte nutzt, steht bei den Leuten mit kleinerem Schulsack die Unterhaltung mit Spielen und Chats im Vordergrund.

Es genüge darum künftig nicht, möglichst viele Leute vor die Computer zu locken, meint Heinz Bonfadelli, Medienwissenschafter an der Universität Zürich. Vielmehr müsste die Kompetenz im Umgang mit dem Internet vermittelt werden.

Lehrerschaft auf die Schulbank

Die Schweiz hat darum eine Bildungsoffensive lanciert. In erster Linie sollen Lehrerinnen und Lehrer geschult werden, die dann ihr Wissen in den Schulstuben weitergeben können. Hier scheint besonders grosser Bedarf zu herrschen: Laut Bundesamt für Berufsbildung und Technologie sind erst ein Fünftel der Schulen ans Internet angeschlossen, und nur gerade 15'000 von 90'000 Lehrkräften sind heute in der Lage, das Internet im Unterricht einzusetzen.

Nebst der Aus- und Weiterbildung der Lehrerschaft will der Bund mit einer speziellen Entwicklung von Lern- und Bildungssoftware einen virtuellen Lernraum anbieten, um so die weniger gebildeten Schichten zu erreichen.

Laut Fachleuten würde diese Offensive aber mehrere hundert Millionen Franken kosten. Vorgesehen sind bisher von Bundesseite bis zum Jahre 2004 lediglich 80 Mio. Franken.

Private Initiative willkommen

Gefordert seien nun private Unternehmen, ist Bildungspolitiker und SP-Nationalrat Hans Widmer überzeugt. "Schulen ans Netz" ist ein solches Projekt. Um Schulen mit Computern und Software auszurüsten, hat der Bund Partner gesucht. Swisscom, IBM, Apple und Yellowworld (Post) sind interessiert. Das Projekt kostet um die 100 Mio. Franken. Pilotversuche sollen noch diesen Sommer gestartet werden.

Eine andere aktuelle Initiative heisst "Charta21". Bei diesem Projekt haben sich verschiedene Unternehmen verpflichtet, ihre Mitarbeitenden und deren Familien gratis mit Computern auszurüsten, sie zu schulen oder spezielle Seminarien anzubieten. Maya Lalive d'Epinay, FDP-Nationalrätin aus dem Kanton Schwyz, findet dies eine sehr gute Möglichkeit, "die IT-Readiness und den Umgang mit den neuen Technologien zu fördern."

Ruth Bossart


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