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Doris Leuthard auf der Zielgeraden

Bundesratskandidatin Doris Leuthard nach ihrer Nomination.

(Keystone)

Doris Leuthard ist erwartungsgemäss die einzige Bundesratskandidatin der Christlichdemokratischen Volkspartei (CVP).

Die Fraktion der Bundesversammlung hat die 43-jährige Aargauerin einstimmig für die Nachfolge von Bundesrat Joseph Deiss nominiert.

Die Nomination für die Ersatzwahl in die Landesregierung am 14. Juni war eine Formsache. Leuthard hatte sich am 9. Mai zur Kandidatur entschlossen und war zehn Tage später vom CVP-Fraktionsvorstand einstimmig vorgeschlagen worden. Aus den Kantonalparteien gingen keine anderen Bewerbungen ein.

Vor der offiziellen Nomination hatten die Fraktionsmitglieder Gelegenheit gehabt, offene Fragen mit Leuthard zu klären. Zur Sprache kamen dabei vor allem Konkordanz und Kollegialität und die Probleme der Randregionen, wie Fraktionspräsident Urs Schwaller vor den Bundeshausmedien sagte.

Unbestrittener Anspruch

Im Parlament ist der Anspruch der CVP auf den frei werdenden Sitz unbestritten. Es gilt darum als sicher, dass Leuthard in der 2. Sessionswoche auch die letzte Hürde auf dem Weg in die Landesregierung nehmen wird.

Sie selber zeigte sich am Dienstag aber noch nicht derart siegesgewiss. Wahltag sei schliesslich Zahltag, gab sie zu bedenken.

Vor der Wahl muss die CVP-Kandidatin noch den übrigen Bundeshausfraktionen Red und Antwort stehen. Die Anhörungen sind für Mittwochnachmittag geplant. Jeder Fraktion steht rund eine halbe Stunde mit der Kandidatin zur Verfügung.

Nach sieben Jahren im Nationalrat (grosse Parlamentskammer) ist Leuthard unter der Bundeshauskuppel keine Unbekannte. Trotzdem hält sie die Hearings für sinnvoll, "egal, wie gut man jemanden kennt".

In den Anhörungen könnten offene Fragen geklärt und Unsicherheiten bereinigt werden.

Senkrechtstarterin

Mit ihrer Wahl in den Bundesrat würde Leuthard ihre politische Blitzkarriere krönen. Erst 1997 war die Juristin in den Aargauer Grossen Rat gewählt worden, schon zwei Jahre später schaffte sie den Sprung in den Nationalrat.

Im Mai 2001 stieg sie zur Vizepräsidentin der CVP auf. Leuthards Stunde schlug nach der Abwahl Ruth Metzlers aus dem Bundesrat: Von Philipp Stähelin übernahm sie im Januar 2004 interimistisch die Leitung der Partei, ehe sie im September zur Präsidentin gewählt wurde.

Als Parteichefin gelang es Leuthard, die CVP wieder zu Wahlerfolgen in den Kantonen zu führen. Sofort nach der Rücktrittserklärung von Joseph Deiss wurde sie deshalb als Favoritin für die Nachfolge des Freiburgers gehandelt.

Mit Leuthard präsentiert die CVP die erste offizielle Einerkandidatur für den Bundesrat seit 1993. Damals waren die Sozialdemokraten mit Christiane Brunner als Nachfolgerin von Bundesrat René Felber gescheitert.

Seither haben die Fraktionen jeweils Zweiertickets für einen frei werdenden Sitz im Bundesrat präsentiert.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Am 27. April hat Bundesrat Joseph Deiss von der Christlichdemokratischen Volkspartei (CVP) seinen Rücktritt aus der Landesregierung per 31. Juli 2006 angekündigt.

Am 14. Juni wird die vereinigte Bundesversammlung - Nationalrat (grosse Parlamentskammer) und Ständerat (kleine Kammer) seine Nachfolgerin oder seinen Nachfolger wählen.

Die 7 Sitze im Bundesrat sind auf die vier grossen Parteien verteilt und richten sich nach dem Wähleranteil.

Die CVP ist seit 1891 in der Landes-Regierung vertreten.

Seit 1983 hat die Partei auf nationaler Ebene regelmässig Wählerinnen und Wähler verloren. (Von 20,2% Wähleranteil im Jahr 1983 auf 14,4% im Jahr 2003.)

Im Dezember 2003 hat die CVP einen ihrer beiden Sitze in der Landesregierung zugunsten der rechtskonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP) verloren.

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Fakten

Doris Leuthard wurde 1963 in Merenschwand, einer traditionellen CVP-Hochburg, geboren. Sie arbeitet als selbständige Rechtsanwältin in der Nachbargemeinde Muri (Aargau).

1997 wurde sie in das Aargauer Kantonsparlament gewählt und 1999 in den Nationalrat (grosse Kammer des Schweizer Parlaments).

Im Mai 2001 wurde sie Vizepräsidentin und im September 2004 Präsidentin der CVP Schweiz.

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