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Drohnen überwachen Grenze

Eine Drohne vom Typ ADS 95 bei der "Arbeit". VBS

Ab kommendem Januar werden unbemannte Miniflugzeuge der Armee die Schweizer Grenze überwachen.

Dieser Inhalt wurde am 11. Dezember 2005 - 15:09 publiziert

Die Drohnen werden zur Bekämpfung von Schmuggel, Kriminalität und illegaler Einwanderung eingesetzt. Erwägt wird auch ein Einsatz während der Fussball-EM 2008.

Nach erfolgreichen Testflügen hatte das Grenzwachtkorps die Luftwaffe um den Einsatz der Drohnen ersucht. Das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) hat diese Anfrage jetzt positiv beantwortet, wie dessen Sprecher Philippe Zahno einen Bericht der "NZZ am Sonntag" bestätigte.

Verteidigungsminister Samuel Schmid selbst hatte im August 2004 vorgeschlagen, die Drohnen zur Grenzüberwachung einzusetzen. Bei den Drohnen vom Typ ADS 95 Ranger handelt es sich um unbemannte Kleinstflugmaschinen, die mit Kameras ausgerüstet und zur militärischen Aufklärung vorgesehen sind.

Zum Einsatz könnten die Drohnen auch bei der Fussball-EM EURO 2008 kommen. Die Möglichkeit werde geprüft, bestätigte der VBS-Sprecher einen Bericht der "SonntagsZeitung". Grundsätzlich würden sämtliche Mittel der Armee für die Sicherheit während der EURO 08 geprüft.

Tag und Nacht wachsam

Die Drohnen werden laut VBS-Angaben von einer mobilen Rampe aus gestartet und vom Boden aus ferngesteuert. Die Drohne kann in einer Höhe bis zu 4500 Metern und über eine Distanz bis zu 100 Kilometern operieren. Sie ist über 200 Stundenkilometer schnell. Die ADS 95 Ranger ist 4,6 Meter lang und weist eine Spannweite von 5,7 Metern auf.

Dank Infrarotkameras können die Armeedrohnen, ein ursprünglich israelisches Produkt, sowohl am Tag als auch in der Nacht Bilder aufnehmen. Die Aufklärungsdrohnen ADS 95 Ranger sind seit dem Frühjahr 1999 im Dienst der Armee, 27 Stück im Wert von je 2,5 Mio. Franken.

Beim Kiffen ertappt

Im Frühling 2004 war im Zusammenhang mit dem Einsatz unbemannter Drohnen eine Debatte über Persönlichkeitsschutz in Gang gekommen. Die Polizei hatte in einem Wald im Kanton Luzern zwei Männer beim Kiffen ertappt, die von einer Drohne erfasst worden waren. Die Polizei war vom Militär alarmiert worden.

Das VBS hat wiederholt erklärt, es gehe beim Drohenen-Einsatz nur um "Beobachten". Es würden keine personenbezogenen Daten erhoben, Leute seien nicht erkennbar. Ausserdem werde nur ein kleiner Teil der von den Drohnen gelieferten Daten aufbewahrt und dies vorwiegend zu Schulungszwecken.

Schweiz hilft bei Entwicklung

Die Schweiz beteiligt sich zur Zeit an der Entwicklung von zwei unbemannten Kampfdrohnen. VBS und der bundeseigene Technologie- und Rüstungskonzern RUAG bezahlen rund 12 Mio. Franken an zwei europäische Projekte, wie das VBS im Oktober bestätigt hatte. Eine Beschaffung der "europäsichen" Drohnen sei aber nicht geplant.

Die beiden Entwicklungsprojekte stehen unter der Federführung eines französischen beziehungsweise eines deutschen Rüstungskonzerns, hiess es im VBS. Gebaut werden sollen unbemannte, bewaffnete Drohnen.

Vom Schweizer Beitrag von rund 12 Mio. Franken entfallen 4,5 Mio. Franken auf die RUAG, der Bereich Wissenschaft und Technologie der VBS-Rüstungsabteilung armasuisse kommt für die übrigen 7,5 Mio. Franken auf. Die Zahlungen aus der Schweiz verteilen sich auf sechs Jahre.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Die Drohnen vom Typ ADS 95 Ranger sind kleine unbemannte Fluggeräte mit einer Länge von 4,6 Metern und einer Flügelspannweite von 5,7 Metern.

Sie können bis zu einer Höhe von 4500 Metern ihre Arbeit verrichten und haben eine Reichweite von rund 100 Kilometern.

Mit ihrer Infrarotkamera können sie bei Tag und Nacht Bilder aufnehmen.

Die ADS 95 ist ursprünglich ein israelisches Produkt. Die Schweiz besitzt 27 Apparate. Stückpreis: 2,5 Mio. Franken.

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