Einbussen: Swissair und Swiss Re nennen Zahlen

Wie lange die Passagiere das Fliegen meiden werden, ist noch unklar. Keystone

Das Ergebnis des Rückversicherers Swiss Re wird durch die Auswirkungen der Terroranschläge in den USA mit rund zwei Mrd. Franken belastet werden. Swissair haben die Folgen bisher rund 65 Mio. Franken gekostet; hinzu kommt ein Passagier-Rückgang von bis zu 15%.

Dieser Inhalt wurde am 20. September 2001 - 08:44 publiziert

Im Moment werde davon ausgegangen, dass die gesamte Swissair Group während der letzten Woche einen Ertragsausfall von rund 65 Millionen erlitten habe, heisst es in der Mitteilung vom Donnerstag. Zudem werde mit einem allgemeinen Rückgang der Passagierzahlen wegen der Terroranschläge in den USA gerechnet.

Die mit bestmöglicher Präzision erhobenen Schätzungen gehen davon aus, dass die Passagierzahlen im Nordatlantik-Verkehr um 10 bis 15% zurückgehen werden. Auf den anderen Routen befürchtet die Swissair eine Einbusse von 5 bis 10% im Vergleich zu den bisherigen Erwartungen.

Die finanziellen Einbussen der rückläufigen Passagierzahlen könnten noch nicht beziffert werden, sagte Swissair-Kommunikationschef Rainer Meier.

Konzernleitung und Verwaltungsrat seien deshalb daran, alle möglichen Optionen und Massnahmen zu evaluieren, die sich unmittelbar positiv auf die finanzielle Situation der Gruppe auswirkten. Und zwar zusätzlich zu den bereits angekündigten Sanierungs- und Sparplänen.

Der Restrukturierungsplan werde überarbeitet und an die Entwicklungen nach den Terroranschlägen angepasst. Der Verwaltungsrat soll den neuen Plan im Oktober prüfen und verabschieden.

Zu den einzelnen Massnahmen machte die Swissair vorerst keine Angaben. In den vergangenen Tagen war über den Abbau von Tausenden von Stellen spekuliert worden. Zudem wurde die Frage einer Bundeshilfe für das finanziell am Abgrund stehende Unternehmen wieder aufgegriffen. Der Bundesrat hat Finanzspritzen an die Swissair bisher abgelehnt. Der Kurs der Swissair-Aktie an der Börse ist seit den Terroranschlägen massiv eingebrochen und deutlich unter den Nennwert gefallen.

Swiss Re durch Attentate mit zwei Milliarden belastet

Swiss Re revidierte die voraussichtlichen Schadenszahlungen deutlich nach oben: Das Ergebnis des werde durch die Auswirkungen der Terroranschläge in den USA mit rund zwei Milliarden Franken belastet werden, gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Dieser Betrag entspricht etwa zwei Dritteln des Jahresgewinnes 2000. Bisher hatte Swiss Re mit Verpflichtungen von rund 1,2 Mrd. Franken gerechnet.

Der Rückversicherer gab zudem bekannt, dass er eng mit den Börsenaufsichts-Behörden zusammenarbeite, die mögliche Insidergeschäfte von Terroristen in Swiss-Re-Aktien untersuchten.

Zurich rechnet weiterhin mit 665 Mio. Franken

Die Zurich Financial Services Group bleibt vorerst bei ihrer Schätzung von vergangener Woche in der Höhe von 665 Mio. Franken. Wie Zurich-Sprecherin Iris Roth auf Anfrage sagte, lägen noch keine weiteren Informationen vor, um die zu erwartenden Schadensverpflichtungen zu konkretisieren.

Der weltgrösste Rückversicherer Münchner Rück teilte am Donnerstag mit, die Schadens-Verpflichtungen würden sich vorläufig auf rund 2,1 Mrd. Euro (3,1 Mrd. Franken) belaufen. Bisher war von einer Milliarde Euro ausgegangen worden.

swissinfo und Agenturen

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