Ende des Streiks bei AOM, Air Littoral und Air Liberté

Während des Streiks bildeten sich in den letzten Tagen lange Warteschlangen auf den Flughäfen. Keystone

Die Angestellten von AOM, Air Littoral und Air Liberté haben am Sonntag (02.07.) ihren Streik beendet. Am Freitag und Samstag hatten die Protestaktionen den Flugbetrieb praktisch lahmgelegt.

Dieser Inhalt wurde am 02. Juli 2000 - 15:00 publiziert

Die Gewerkschaften befürchten im Rahmen der von der SAirGroup vorangetriebenen Fusion der französischen Gesellschaften einen Abbau von 1000 bis 1500 der insgesamt 6000 Stellen.

Am Sonntag fanden die drei Fluggesellschaften nach zwei Streiktagen zum normalen Flugbetrieb zurück. Am Samstag (01.07.) hatte die Air Littoral alle Flüge annulliert. Air Outre-Mer (AOM) strich ebenfalls zahlreiche Flüge, während Air Liberté noch zu 10 Prozent funktionierte. Da die Streiks mit dem Beginn der Sommerferien zusammenfielen, waren die Folgen für die Fluggesellschaften besonders schwerwiegend.

"Wirkliche Verhandlungen" verlangt

Die rund 6000 Angestellten der französischen Gesellschaften waren von den Gewerkschaften CFDT, CGT und Force ouvrière (FO) zum Streik aufgerufen worden. Die Arbeitnehmerorganisationen wollten damit nach eigenen Angaben Druck auf die Aufnahme "wirklicher Verhandlungen" mit der SAirGroup machen.

Die Angestellten kritisieren insbesondere, dass die SAir ihnen die Modalitäten der für Oktober geplanten Fusion nicht klar vorlege. Sie befürchten einen massiven Abbau von jedem vierten oder jedem sechsten Arbeitsplatz.

Weil AOM, Air Littoral und Air Liberté unter starken Ertragsproblemen leiden, gehen die Gewerkschaften davon aus, dass die SAirGroup auf Kosten der Arbeitnehmer Doppelspurigkeiten eliminieren und Synergien nutzen wolle.

Einen weiteren Grund zur Sorge sehen die Gewerkschaften in der Aufteilung der unterschiedlichen Aktivitäten (Flugbetrieb, Handel, Unterhalt, Catering usw.) in Profitcenter.

"Erster Warnschuss"

Am Mittwoch hatte SAir-Chef Philippe Bruggisser in Paris vergeblich versucht, Angestellte und Gewerkschaften zu beschwichtigen. Nach Angaben der Gewerkschaften hat Bruggisser lange über die Vorteile einer Zusammenlegung gesprochen, sei aber kaum auf die konkreten Sorgen der Angestellten eingegangen. Zu keiner der brennenden Fragen hätten sie befriedigende Antworten erhalten, hiess es.

Die drei Arbeitnehmerorganisationen bezeichneten den Streik vom Freitag und Samstag als "ersten Warnschuss". Werde die Situation nicht geklärt, seien weitere Arbeitsniederlegungen nicht ausgeschlossen, teilten CFDT, CGT und FO mit.

Nummer zwei in Frankreich

Die fusionierte Gesellschaft wäre nach der Air France die zweite Kraft der französischen Luftfahrt. Sie würde mit einem Marktanteil von 30 Prozent der Passagiere und der Flüge in Paris-Orly jährlich rund 10 Millionen Passagiere transportieren. Das der Qualiflyer- Gruppe der SAir angehörende Unternehmen käme auf einen Umsatz von rund 2,5 Mrd. Schweizer Franken.

Das Trio AOM/Air Liberté/Air Littoral hat die SAirGroup und die Finanzgesellschaft Taitbout als gemeinsame Aktionäre. Die beiden Gruppen sind Alleinbesitzer von AOM und Air Liberté und halten an der Air Littoral zusammen einen Mehrheitsanteil von 66 Prozent.

swissinfo und Agenturen

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