Erfolgreiche Kantonalbanken lehnen Postbank ab

Die Kantonalbanken freuen sich über ein gutes Jahr 2000. Keystone

Die Schweizer Kantonalbanken waren im vergangenen Jahr erfolgreich, sagen sie. Der Bruttogewinnn stieg um 10,5% auf über 3,35 Mrd. Franken. Der Jahresgewinn der Gruppe belief sich auf 922 Mio. Franken. Die Staatsbanken lehnen eine mögliche Postbank ab.

Dieser Inhalt wurde am 18. Mai 2001 - 11:22 publiziert

Die Erfolgsrechnung der Institute wird weiterhin vom Zinserfolg geprägt, wie der Verband Schweizerischer Kantonalbanken (VSKB) am Freitag (18.05.) in Chur bekannt gab. Das Zinsengeschäft legte gegenüber dem Vorjahr um 7,8% auf 4,2 Mrd. Franken zu.

Schwieriges Börsenjahr

Die Erträge aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft wuchsen um 15,3% auf 1,6 Mrd. Franken. Im Handelsgeschäft wurde ein Minus von 12,7% auf 504 Mio. Fr. verzeichnet. Dies wird mit den schwierigen Verhältnissen auf den Finanz-Märkten begründet. Die Bilanzsumme erhöhte sich um 2,4% auf 303 Mrd. Franken.

Vorsichtiger Ausblick

Für das laufende Geschäftsjahr geben sich die Kantonalbanken vorsichtig. Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft sei im ersten Quartal zwar weiter gesteigert worden, hiess es. Die Vorjahres-Ergebnisse im Kommissions- und Handelsgeschäft hingegen würden bei den meisten Banken nicht mehr erreicht.

Die Gruppe der Kantonalbanken umfasst 24 Institute mit Niderlassungen in 26 Kantonen sowie rund 20 Netzwerkpartner und Kooperationen. Mit gegen 17'000 Angestellten und rund 900 Geschäftsstellen kommt sie auf einen Marktanteil von 30%.

Lieber keine Postbank

Die Banken der Kantone geniessen in der Schweiz eine sogenannte Staatsgarantie. Der Kanton - der Steuerzahler - kommt demnach bei einem Konkurs für den Verlust der Banken auf. Diese Staatsgarantie ist nicht unumstritten.

An der 94. Generalversammlung des Verbandes, am Freitag in Chur sagte Verbands-Präsident Kurt Amsler es gebe keine schweizerisch oder regional tätige Bank mit einem bedeutenden Marktanteil, die nicht faktisch über eine Staatsgarantie verfüge.

Verschiedene Beispiele aus dem Ausland zeigten, dass ein Staat nicht tatenlos zusehen könne, wenn eine national oder regional bedeutungsvolle Bank in Konkurs gehe. Der volkswirtschaftliche Preis wäre zu hoch, sagte Amsler.

Dies treffe auch für eine allfälllige eidgenössische Postbank zu. Folglich müsste eine Postbank "offen mit Staatsgarantie und entsprechender Abgeltung" operieren. Amsler liess aber keinen Zweifel daran, dass die Kantonalbanken eine Postbank, welche die Post in der Schweiz gründen will, grundsätzlich ablehnen.

swissinfo und Agenturen

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