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Erfolgreicher Kampf gegen 0900er-Nummern

Der Kampf gegen 0900-Nummer und Spam-Mails kostet viel Geld.

(Keystone)

Die Massnahmen zum Schutze der Konsumenten gegen die Webdialer im Internet tragen erste Früchte.

Das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) weist darauf hin, dass Webdialer und Spam rund 4 Mrd. Franken Kosten verursachen.

Die Öffnung des Telekommarktes habe viel Bewegung und Innovation gebracht, aber auch zahlreiche Gauner angelockt, sagte BAKOM-Direktor Marc Furrer an einer Orientierung im Februar dieses Jahres.

Wer als Konsument nicht aufpasse, habe schnell einmal eine Telefonrechnung von zum Beispiel tausend statt 200 Franken.

Im BAKOM gingen allein im Jahr 2003 über 2000 Beschwerden ein.

Der Fantasie seien beim Missbrauch keine Grenzen gesetzt, sagte Jürg Eberhart vom Telekom-Branchenverband sicta.

Zu den bekannten Missbrauchsformen gehören etwa das Hinhalten der Anrufer in kostenpflichtigen Warteschlaufen oder horrende Grundgebühren für irrtümlich gewählte Nummern, die absichtlich bekannten Telefonnummern gleichen.

Auch dass sich Webdialer selber installieren, führt oft zu horrend teuren Rechnungen. Das BAKOM hat diesen Missbräuchen vor einiger Zeit den Kampf angesagt.

Erfolgreicher Kampf

Der Kampf gegen den Missbrauch von 0900er-Nummern zeige nun erste Erfolge, erklärt Furrer ein halbes Jahr später in Bern.

"Die Zahl der Klagen von geprellten Konsumenten hat deutlich abgenommen", sagt Furrer gegenüber swissinfo.

Seit der Ankündigung des Verbots von Webdialern im Februar und dessen Umsetzung auf den 1. April 2004 sank die Zahl von Beschwerden von damals gut 350 auf noch rund 150 im Juni. "Es kamen noch 5-10% der Klagen von früher, das ist ein gutes Ergebnis", so Furrer.

Das generelle Dialer-Verbot sei zwar eine ungewöhnlich harte Massnahme, räumte der BAKOM-Chef ein. "Doch sie zahlt sich aus."

Tückische Webdialer

Mit einem Webdialer wird einem Internetbenützer eine Netzverbindung über eine 0900er-Nummer aufgeschaltet, teilweise, ohne dass er es überhaupt merkt.

Er bezahlt dann ein Vielfaches der normalen Verbindungskosten. Zudem ist es für einen durchschnittlichen Benutzer schwierig, PC-Dialer wieder zu entfernen.

Die Missbräuche mit diesen Dialern haben seit 2002 stark zugenommen, weshalb sich das BAKOM für einen rigorosen Weg entschied: PC-Dialer mit 0900er-Nummern sind nun verboten.

Preisobergrenze geplant

Weitere Schutzmassnahmen sind geplant oder bereits in Kraft gesetzt worden.

So müssen ab dem 1. Juni 2004 die Inhaber etwa den Preis ihres Dienstes gratis am Anfang der Verbindung ansagen, wenn diese mehr als zwei Franken pro Minute kostet.

Ist eine Dienstleistung teurer als fünf Franken pro Minute oder wenn eine Grundgebühr von zehn Franken verlangt wird, muss der Anrufer mit einer Aktion die Verbindung ausdrücklich bestätigen. In der laufenden Revision des Fernmeldegesetzes ist zudem geplant, für die Mehrwert-Dienstnummern eine Preisobergrenze einzuführen.

Problem Spam

Schwieriger gestaltet sich der Kampf gegen Spam-Mails. "Hier sind wir nicht über dem Berg", sagte Furrer. Dieses Problem könne die Schweiz aber nicht alleine lösen. Eine internationale Zusammenarbeit sei da nötig.

Als Spam werden die unerwünschten und nie angeforderten Werbemails bezeichnet, welche die Mailbox verstopfen. In einem Leserbrief im "Tages Anzeiger" nervte sich Werner Meier und hatte "einen Riesenzorn im Bauch", als er morgens die Mailbox öffnete und 180 Spam-Mails fand. Das trotz installiertem Spamfilter. "Das ist eine verdammte Frechheit", ereiferte er sich.

Gemäss einer Schätzung des BAKOM werden Spam-Mails in diesem Jahr die Schweizer Wirtschaft 4 Mrd. Franken kosten, bedingt durch Produktivitätsverluste und die Bemühungen zur Bekämpfung.

Das initiierte Verbot von Spam alleine reiche nicht aus, da die meisten Spam-Mails nicht aus der Schweiz, sondern aus den USA kämen.

Wichtig bei der Bekämpfung seien internationale Standards und die Zusammenarbeit innerhalb der Staatengemeinschaft. "Wenn wir Spam nicht in den Griff bekommen, werden die elektronische Kommunikation und E-Mails irgendwann obsolet", sagt Furrer.

Telefonieren zu teuer

Noch ein weiteres Ärgernis plagt gemäss BAKOM die Schweizer Konsumenten: die hohen Preise fürs Telefonieren.

Die jüngste Studie des BAKOM bestätigt diese hohen Preise im Vergleich zu den EU-Ländern. Anders als in der EU kommt in der Schweiz die ehemalige Monopolistin Swisscom auf deutlich mehr Marktanteile als die Konkurrenz zusammengenommen.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

In der Schweiz sind ungefähr 50'000 Nummern mit 0900 in Betrieb.

Viele davon gehören Anbietern von Sexseiten.

Insgesamt gingen 1948 Klagen bei den Telekommunikations-Anbietern ein.

Im Februar 2004 waren es 350 Klagen.

Im Juni 2004 (nach dem Verbot) noch 150 Klagen.

Spam-Mails verursachen der Schweizer Wirtschaft Kosten von rund 4 Mrd. Franken.

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