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Erster Fall von Maul- und Klauenseuche auf dem Kontinent

Die Reifen von Fahrzeugen aus Grossbritannien werden im Hafen von St. Malo desinfiziert. Totz aller Vorsichtsmassnahmen ist die Seuche auf den Kontinent übergesprungen.

(Keystone)

In Frankreich hat sich der Verdacht auf Maul- und Klauenseuche in einer Rinderherde in Nordfrankreich bestätigt. Dies teilte am Dienstag (13.03.) das Landwirtschafts-Ministerium in Paris mit. Die Schweiz erwägt ein Importverbot für Klauentiere aus dem EU-Raum.

Mit dem Fall in Frankreich ist die bisher auf Grossbritannien beschränkte Seuche erstmals auf dem europäischen Kontinent aufgetreten. Die sechs Kühe im Ort La Baroche-Gondouin waren sofort nach Auftreten des Verdachts geschlachtet worden. Die übrige Herde von insgesamt 114 Rindern soll in der Nacht getötet werden, wie ein Sprecher der Region Mayenne mitteilte. In Grossbritannien stieg unterdessen die Zahl der von der Tierseuche betroffenen Höfe auf 183.

Importverbot für Klauentiere

Nach dem ersten Fall von Maul- und Klauenseuche (MKS) auf dem europäischen Kontinent wird in der Schweiz über eine Verschärfung der Massnahmen nachgedacht. An einer ausserordentlichen Kantonstierärzte-Konferenz am Dienstagnachmittag, die bereits vor dem MKS-Fall in Frankreich einberufen worden war, wollen Bund und Kantone unter anderem über ein Importverbot für Klauentiere aus dem EU-Raum diskutieren.

"Der eine Fall in Frankreich ist noch nicht mit der Situation in Grossbritannien zu vergleichen", gibt Hans Wyss, Informationschef vom Bundesamt für Veterinärwesen (BVET zu Bedenken.

Tiere aus Frankreich in Quarantäne

Bisher seien im laufenden Jahr sechs Schafe und 16 Kühe aus Frankreich in die Schweiz importiert worden. Die Tiere seien aber in Quarantäne gewesen. "Im Vergleich zur EU sind wir dabei sicher im Vorteil, da die Klauentiere sowohl im Import- als auch im Export-Land in die Quarantäne müssen", sagte Wyss weiter. Dies biete grössere Sicherheit. Trotzdem sollen die 22 aus Frankreich importierten Tiere vorsorglich untersucht werden, wie Christian Griot, Leiter des Instituts für Viruskrankheiten und Immunprophylaxe (IVI) in Mittelhäusern, in einem Bericht von Radio DRS sagte.

"Persönlich bin ich von dem MKS-Fall in Frankreich überrascht", sagte Griot. Es gebe aber Hinweise, dass Tiertransporte im Spiel seien. "Diese sind immer wieder problematisch", sagte Griot. Maul- und Klauenseuche kommt weltweit in rund 80 Ländern vor. Theoretisch müssten die Landwirte die Tiere immer auf entsprechende Symptome kontrollieren. Da die Seuche jetzt in Frankreich angekommen sei, müssten weitere Massnahmen diskutiert werden.

Der Präsident des Schweizerischen Bauernverbandes, Hansjürg Walter, forderte in einem Gespräch mit Radio DRS ein sofortiges Verbot von Tierausstellungen und landesquerenden Tiertransporten, Einschränkungen des Nutztier-Handels sowie eine verschärfte Kontrolle von Lebensmittel-Importen.

swissinfo und Agenturen


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