Eurogate in Schwierigkeiten

Eurogate - die Zürcher Geleiseüberbauung am Hauptbahnhof - im Modell. Keystone

Die Schweizer Bank UBS hat die Verträge über die Grossüberbauung der Geleise im Bahnhof Zürich nicht unterzeichnet. Einsprachen des Verkehrsclubs VCS hätten den Entscheid provoziert. Der VCS weist die Vorwürfe zurück.

Dieser Inhalt wurde am 01. Mai 2001 - 18:36 publiziert

Die UBS hatte im Mai 2000 in einer Grundsatz-Vereinbarung die Gesamt-Verantwortung für die Realisierung von Eurogate mit Kosten von 1,5 Mrd. Franken übernommen und wollte für Grosskunden attraktive Anlagemöglichkeiten schaffen.

Eurogate umfasst ein Dienstleistungs-Zentrum über den Geleisen des Bahnhof-Vorgeländes mit 90'000 Quadratmetern Bürofläche und 10'000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Weiter sind 500 Wohnungen, 600 Parkplätze, Hotel- und Kongressräumlichkeiten, Flächen für Messen, Ausstellungen, Gewerbe, Ausbildung sowie für Kultur, Unterhaltung und Gastronomie geplant.

Kein absolutes Nein

Am vergangenen Montag (30.04.) hatte nun die UBS überraschend den entscheidenden Kaufvertrag mit der Eurogate Zürich AG sowie der Projekt-Inhaberin ARGE Eurogate nicht unterzeichnet. Begründet wurde der Schritt mit fehlenden Baubewilligungen wegen VCS-Einsprachen, womit der zwingend nötige Baubeginn Mitte Juni in Frage gestellt sei. Ein Kaufvertrag sei wegen des unternehmerischen Risikos nicht zu verantworten.

Aber auch Anpassungen an den zweiten Zürcher Durchgangsbahnhof sowie die Vorverlegung des Projekts Bahn 2000+ hätten die Komplexität des Projekts zusätzlich erhöht. Das Nein zu Eurogate in der jetzigen Form sei aber kein generelles Nein zur einer Überbauung.

VCS wehrt sich

Der VCS wies am Dienstag (01.04.) die Kritik zurück, den Baubeginn verunmöglicht zu haben. Die Einsprache des VCS Zürich basiere auf einer ursprünglich von der Stadt festgelegten Zahl von 643 Parkplätzen. Die Bau-Herrschaft habe mehr Plätze gefordert.

Anfang April habe das Verwaltungs-Gericht dem VCS Recht gegeben. Der VCS habe im weiteren bis zuletzt versucht, die Lage zu deblockieren und auch auf eine aufschiebende Wirkung verzichtet, falls die Bauherrschaft an das Bundesgericht gelange.

Der Baubeginn für Eurogate im Juni wäre also durchaus möglich gewesen. Wenn sich die UBS jetzt zurückziehe, dürften wirtschaftliche Bedenken und die logistische Komplexität es Projekts des Ausschlag gegeben haben, schreibt der VCS.

swissinfo und Agenturen

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