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FIFA Präsident Blatter: Fussballprofis sind Künstler nicht Arbeiter

Der Schweizer FIFA-Präsident Sepp Blatter sucht eine Einigung in der heiklen Transferfrage. Keystone

Im Transferstreit mit der EU-Kommission nimmt der gemeinsame Alternativ-Entwurf der FIFA und der UEFA immer mehr Gestalt an. Einig ist sich die Task Force in Zürich aber erst bei der Behandlung junger Spieler.

Dieser Inhalt wurde am 06. Oktober 2000 - 19:37 publiziert

Nach dem Willen dieser Task Force sollen Spieler unter 18 Jahren künftig nicht mehr international transferiert werden dürfen. Zweitens sollen Klubs bei der Verpflichtung eines bis zu 23 Jahre alten Spielers eine Ausbildungs-Entschädigung bezahlen, die nach einem eigenen Ranking-System ermittelt werden soll.

Dabei müssen Topvereine mehr für einen jungen Spieler bezahlen als Klubs aus unteren Ligen. Ausserdem soll nur ein Vereinswechsel pro Saison erlaubt sein.

Bei einem Treffen einer gemeinsamen Arbeitsgruppe beider Verbände (FIFA und UEFA) unter Vorsitz des Schweizer FIFA-Präsidenten Sepp Blatter in Zürich, wurde man sich hinsichtlich der Behandlung von jungen Spielern weitgehend einig.

Verhandlungen bei den Profis harziger

Das Thema einseitige Kündigung bzw. Vertragsbruch bleibt dagegen ungeklärt. Dieser Punkt ist sehr wichtig, da die EU-Kommission ein ausserordentliches Kündigungsrecht für Profis vorgeschlagen hat, was einer Abschaffung der Ablösesummen gleich käme.

Blatter reist zu den Grossen Europas

Zur Klärung dieser Punkte werden in den kommenden Wochen weitere Verhandlungen stattfinden, ehe am 31. Oktober der gemeinsame Entwurf bei EU-Wettbewerbs-Kommissar Mario Monti abgegeben werden muss. Blatter kündigte persönliche Treffen mit Bundeskanzler Gerhard Schröder, Englands Premierminister Tony Blair und dem französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac an.

Er will dabei eine allgemeine Sonderstellung des Sports - und damit auch des Fussballs - in der EU erreichen. Man wolle erreichen, "dass beim EU-Gipfel in Nizza die Besonderheit des Sports anerkannt wird", meinte Blatter.

Der FIFA-Präsident regte an weiter, Fussball-Spieler künftig nicht mehr als Arbeitnehmer zu behandeln, sondern als selbstständige Unternehmer. "Profi-Fussballer sind Künstler vergleichbar mit Opern-Sängern. Sie sind Freiberufler wie ein Arzt oder ein Architekt", sagte Blatter.

swissinfo und Agenturen

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