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Deiss auf Handelsreise in Algerien

Abdelaziz Bouteflika (links) und Joseph Deiss 2004 beim Staatsbesuch in Bern. Keystone

Wirtschaftsminister Joseph Deiss reist am Freitag zu einem zweitägigen Arbeitsbesuch nach Algerien. Mit dabei ist eine Schweizer Wirtschaftsdelegation.

Die Reise kommt ein Jahr nachdem Präsident Abdelaziz Bouteflika in Bern ein bilaterales Handels-Abkommen unterzeichnet hatte.

Der Besuch hat neben der wirtschaftlichen auch eine politische Dimension. Denn mit dem Besuch Deiss’ unterstreiche die Schweiz ihr Interesse am algerischen Reformprozess, teilte das Eidg. Volkswirtschafts-Departement (EVD) mit.

Das Interesse der Schweizer Wirtschaft an Algerien ist durch den bevorstehenden Beitritt des nordafrikanischen Landes zur Welthandels-Organisation (WTO) stark gestiegen. Die dadurch erforderliche Modernisierung von algerischer Wirtschaft und Infrastruktur bedeuten ein riesiges Investitionsvolumen, von dem sich auch Schweizer Unternehmen eine Tranche abschneiden wollen.

Die Weichen dazu waren schon vor einem Jahr in Bern gelegt worden. Damals hatte Präsident Abdelaziz Bouteflika ein bilaterales Abkommen unterzeichnet, das Schweizer Investoren in Algerien mehr Sicherheit garantieren soll.

Während des aktuellen Arbeitsbesuchs treffen Deiss und die Wirtschaftsvertreter mit Handelsminister El-Hachemi Djaaboub sowie dem Minister für Privatisierung und Investitionsförderung, Abdelhamid Temmar, zusammen.

Schwergewicht Bahnindustrie

“Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern sind nicht sehr stark”, sagte EVD-Sprecherin Evelyn Kobelt gegenüber swissinfo. Die Schweiz importiere hauptsächlich algerisches Öl.

“Algerien muss in den nächsten Jahren seine Infrastruktur erneuern, und das in einem Umfang von über 65 Milliarden Franken”, so Kobelt. “Das ergibt interessante Perspektiven für Schweizer Unternehmen, besonders im Bahnsektor.”

SwissRail, die Dachorganisation der Schweizerischen Eisenbahn-Industrie, hat deshalb eine algerisch-schweizerische Eisenbahntagung organisiert, die von Bundesrat Joseph Deiss eröffnet wird. Weiterer wichtiger Teilnehmer: Benedikt Weibel, der Chef der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB).

Öllieferant

Algerien ist einer der wichtigsten Rohöl-Lieferanten der Schweiz und ein wichtiger künftiger Absatzmarkt für Schweizer Produkte in Nordafrika. Die Schweizer Exporte nach Algerien nahmen in den letzten Jahren zu und beliefen sich Ende 2004 auf knapp 190 Mio. Franken. Dies entsprach innert Jahresfrist einer Zunahme um 37%.

Auf Grund der steigenden Erdölpreise hat auch das Total der Importe zugenommen. 2004 betrugen sie 168 Mio. Franken, das sind 31% mehr als im Vorjahr. Bei den Schweizer Ausfuhren handelt es sich vor allem um Maschinen sowie pharmazeutische und chemische Erzeugnisse. Die Schweiz importiert dagegen fast ausschliesslich Rohöl, Erdgas und Erdölprodukte.

swissinfo und Agenturen

Die Schweiz spielte 1962 in den Gesprächen von Evian eine Hauptrolle, in denen der achtjährige Bürgerkrieg in Algerien beendet wurde.
Seither unterhalten die beiden Länder traditionell gute Beziehungen.
2004 weilte Präsident Abdelaziz Bouteflika in der Schweiz, wo er ein bilaterales Handelsabkommen unterzeichnete.
Die Schweiz importiert hauptsächlich algerisches Erdöl, während sie Maschinen, Pharma- und Chemieprodukte ausführt.
Die wichtigsten Schweizer Unternehmen in Algerien: Bühler, Novartis, Von Roll, Nestlé, Sulzer, Roche, ABB und Hilti.

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