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Finanzwelt von Zinssenkung überrascht

Der Zinsschritt der Schweizerischen Nationalbank hat die Finanzwelt überrascht. Nach Ansicht von Ökonomen hätte die Konjunktur einen solchen Schritt nicht unbedingt nötig gemacht. Der Entscheid wird dennoch als sinnvoll erachtet.

Economiesuisse, der Spitzenverband der Schweizer Wirtschaft, wurde vom Zinsentscheid der SNB überrascht: "Wir hatten erwartet, dass die SNB weiterhin im bisherigen Zielband operieren würde", sagte Chefökonom Rudolf Walser auf Anfrage.

Nach Ansicht Walsers wurde angesichts der Verunsicherung über den weiteren Konjunkturverlauf ein "Vertrauenszeichen" gesetzt. Die SNB signalisiere mit ihrem Zinsschritt, dass auf der geldpolitischen Seite alles daran gesetzt werde, um den Wachstumspfad beibehalten zu können. Insofern habe er Verständnis für den Zinsschnitt, sagte Walser.

Kein Verständnis hätte er, wenn die SNB mit Blick auf die Börsen entschieden hätte. "Es ist nicht die Aufgabe der Nationalbank, Kurspflege zu betreiben. Sie hat für stabile Preise zu sorgen und so die Basis für ein inflationsfreies, nachhaltiges Wachstum zu legen", sagte Walser.

Nach Ansicht von Serge Gaillard, Sekretär des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds (SGB), zeigt der überraschende Entscheid der SNB aber, dass sie sich nicht mehr ausschliesslich um die Preisstabilität kümmere. "Das ist ein gutes Zeichen", sagte Gaillard.

Die SNB nähere sich damit der Praxis der US-Notenbank an, während die Europäische Zentralbank ihre Politik nach wie vor auf die Inflation ausrichte.

"Vorsichtsmassnahme"

Nach Meinung von Hanspeter Hausheer, Ökonom bei UBS Warburg, handelt es sich um eine "Vorsichtsmassnahme" auf Grund der sich immer mehr abzeichnenden Schwäche der US-Konjunktur und den Gefahrenherden in Asien. Das Wachstum in der Schweiz bezeichnet Hausheer als nach wie vor solid, insofern habe ihn die Lockerung der Geldpolitik überrascht.

Der Zinsschritt sei sinnvoll, sagte Walter Metzler, Leiter Finanzmarktanalyse und Asset Allocation der Credit Suisse. Es handle sich um einen zukunftsgerichteten Entscheid.

Die Folgen für die Wirtschaft, etwa bei den Hypothekarzinsen, dürften positiv sein. Es zeige sich deutlich, dass sich Wachstum und Inflation abschwächen, was die Möglichkeiten für eine Zinssenkung erhöhe, sagte Metzler.

Vorreiterrolle in Europa?

Ob die SNB eine Vorreiterrolle auch für die Zinspolitik der europäischen Zentralbank eingenommen habe, bezweifelte Metzler. So wichtig sei die Politik der Schweizerischen Nationalbank für die Europäische Zentralbank (EZB) wahrscheinlich nicht.

Hingegen dürfte sich der Rechtfertigungsdruck der EZB erhöhen, falls sie auf eine Zinssenkung in den nächsten Wochen verzichten sollte. Die Credit Suisse rechnet in den kommenden Wochen in Europa mit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte.

swissinfo und Agenturen

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