Forststatistik: Holzernte vor dem Sturm Lothar kleiner ausgefallen

Im Schweizer Wald sind letztes Jahr 4,7 Mio. Kubikmeter Holz geschlagen worden. Damit nahm die Holzernte gegenüber dem Vorjahr um drei Prozent ab. Der Sturm "Lothar" hat am 26. Dezember 1999 dann aber 12,8 Mio. Kubikmeter Holz geworfen.

Dieser Inhalt wurde am 08. September 2000 - 10:43 publiziert

Bevor der Sturm Lothar Ende Jahr die Schweiz heimsuchte, wurde im Schweizer Wald 1999 weniger Holz geschlagen als in den beiden Vorjahren, wie aus der am Freitag (08.09.) veröffentlichten Forststatistik des Bundesamtes für Statitik (BFS) hervorgeht.

Weniger Stamm-, Brenn- und Industrieholz

Stammholz - mit einem Anteil von 69 Prozent das wichtigste Sortiment - nahm um drei Prozent ab, nachdem 1998 noch eine Zunahme von 13 Prozent beobachtet worden war. Die Preise für Stammholz sanken im zweiten Quartal um 2,6 Prozent und verharrten bis Ende Jahr auf diesem Stand.

Lothar bewirkte Preissturz

Nach dem Sturm Lothar fielen die Preise für Stammholz um 27 Prozent. Die Schweizer Sägereien verarbeiten jeweils rund 64 Prozent des anfallenden Stammholzes, der Rest wird exportiert.

1999 verzeichneten die Exporte von Stammholz gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von neun Prozent, während die Importe um 30 Prozent zunahmen. Das Brennholz mit einem Anteil von 21 Prozent am Gesamtvolumen ging um zwei Prozent zurück. Trotzdem erreichte dieses Sortiment mit 976'000 Mio. Kubikmeter den zweithöchsten Stand seit 33 Jahren.

Das Industrieholz nahm 1999 um ein Prozent ab und erreichte einen Anteil von zehn Prozent am Gesamtvolumen.

Wirtschaftliche Lage der Forstbetriebe weiter verschlechtert

Die wirtschaftliche Lage der öffentlichen Forstbetriebe hat sich aufgrund der kleineren Holzernte und der gesunkenen Holzpreise weiter verschlechtert. Einnahmen von 457 Mio. Franken standen Ausgaben von 501 Mio. Franken gegenüber, woraus ein Gesamtverlust von 44 Mio. Franken resultierte.

Das Defizit fiel damit um rund 57 Prozent höher aus als im Vorjahr. Bezogen auf die reine Holzproduktion betrug das Defizit 13 Franken pro Kubikmeter Holz. 1998 waren es noch elf Franken und 1997 19 Franken gewesen.

Der durch den Sturm Lothar verursachte Preissturz dürfte die wirtschaftliche Lage der öffentlichen Forstbetriebe im laufenden Jahr weiter verschlechtern, rechnet das Bundesamt für Statistik (BFS).

swissinfo und Agenturen

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