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Gegen das Vergessen

Mit einer neuen Internet-Plattform die Tschernobyl-Opfer vor dem Vergessen bewahren.

(www.chelnobyl.info)

Die Schweiz und die UNO haben eine Internet-Plattform zu Tschernobyl lanciert. Ziel: Unterstützung für die von der Atom-Katastrophe betroffenen Regionen.

Am 26. April 1986 hatte sich in Block 4 des ukrainischen Kernkraftwerks Tschernobyl die bisher schwerste zivile Nuklear-Katastrophe ereignet. Noch immer leiden in der Region mehr als drei Millionen Menschen an der Folgen.

Heute möchte die Welt die Tschernobyl und dessen Folgen lieber vergessen, sagte der für das Dossier zuständige ukrainische Minister Valery Durdinets bei der Lancierung der Plattform www-tchernobyl.info am Dienstag in Genf.

16 Jahre später - noch immer Milionen von Menschen betroffen

Der Vorsitzende des weissrussischen Tschernobyl Komitees rief in Erinnerung, dass die Katastrophe auch 16 Jahre später noch immer "Spuren im Leben von Millionen von Menschen hinterlässt". Die Bevölkerung leidet neben gesundheitlichen Folgen auch unter sozialen und wirtschaftlichen Problemen.

Angesichts der langfristigen Folgen des radioaktiven Fallouts bezeichnete Walter Fust, Leiter der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) im Schweizer Aussenministerium, die interaktive Webseite als "Manifest gegen das Vergessen".

Unabhängiger Informationsaustausch

Träger der Plattform (siehe Link) ist die DEZA. Die Webseite solle der unabhängigen und kontinuierlichen Information von Entscheidungsträgern dienen, die Entwicklungsprojekte für die Region Tschernobyl beurteilten, sagte Fust weiter. Zum Zielpublikum gehörten weltweit interessierte Organisationen und Einzelpersonen.

Die Internet-Plattform zur Selbstkoordination der Hilfs- und Entwicklungs-Organsiationen sei "wegweisend und innovativ als Methode zur geordneten Bewältigung von Katastrophen", so die DEZA weiter. Die Organisationen sollen auf diesem Weg ihre Ideen, Pläne, Projekte und Erfahrungen austauschen, Koordinations-Möglichkeiten ausloten und damit Doppelspurigkeiten vermeiden.

Neue Strategien

Kenzo Oshima, UNO-Koordinator für humanitäre Hilfe, bezeichnete die neue Plattform als gutes Mittel für die neue Strategie der UNO zur nachhaltigen Entwicklung in der Region Tschernobyl. Ab diesem Jahr soll der Schwerpunkt der Unterstützung für die betroffene Bevölkerung von der Opferhilfe zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der verstrahlten Gebiete verlagert werden.

Die DEZA unterstützt die Region um Tschernobyl in diesem Jahr mit 1,5 Mio. Franken. Seit 1998 unterstüzt sie auch sozial-medizinische Gesundheits- und Ausbildungsprogramme der Nichtregierungs-Organisation Green Cross in Weissrussland und in der Ukraine.

Angebot in drei Sprachen

Die Webseite www.chernobyl.info ist dreisprachig, Englisch, Deutsch und Russisch. Um den Zugang zum Internet-Angebot in den betroffenen Ländern zu beschleunigen, richtete die DEZA bei den Länderbüros des UNO-Entwicklungsprogramms (UNDP) in Kiew (Unkraine) und Minsk (Weissrussland) je einen Server ein, der lokal die gleichen Informationen zur Verfügung stellt wie der Hauptserver in der Schweiz.

Die Volksschule des Dorfes Igovka (Weissrussland) vermittelt auf der Plattform ein authentisches Bild des Lebens in der verstrahlten Zone.

swissinfo und Agenturen


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