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Geldpolitische Gratwanderung

Die SNB will die Zügel erst dann straffen, wenn die Wirtschaft anzieht.

(Keystone)

Im Dilemma zwischen Konjunkturflaute und Inflationsgefahr hat sich die Nationalbank für ihren bisherigen Kurs entschieden: eine lockere Geldpolitik.

Das Zinszielband für den Dreimonate-Libor bleibt vorerst bei 0,75% bis 1,75%, gab Jean-Pierre Roth, Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB) am Freitag in Genf bekannt. Er bezeichnete dies als Weiterführung einer stark gelockerten Geldpolitik und als angemessenes Mittel, um den für das zweite Halbjahr erwarteten Aufschwung zu stützen.

Dass der Aufschwung bisher ausblieb, ist gemäss Roth in erster Linie eine Folge der weltweiten Investitionskrise.

Weitere Zinssenkungen nicht ausgeschlossen

Sollte sich die Konjunkturerholung in Europa weiter verzögern oder der Franken nochmals aufwerten, schliesst die Nationalbank weitere Zinssenkungen nicht aus.

SNB-Vizepräsident Bruno Gehrig zeigte sich besorgt über den beschleunigten Kursrückgang an der Börse. Die Nationalbank will hier aber ebenso wenig direkt eingreifen wie bei den Banken, die ihre Kreditzinsen trotz fünf Leitzinssenkungen in Serie nur zögerlich zurückgenommen haben.

Kurswechsel bei Inflationsgefahr

Die neue Inflationsprognose der SNB zeigt ab dem Jahr 2004 wieder deutlich nach oben. Die Fortsetzung der bisherigen Geldpolitik sei deshalb mit Risiken verbunden, sagte Roth.

Die Kunst werde es sein, im richtigen Zeitpunkt den Kurs zu wechseln. Noch sei es zu früh, weil sonst die fragile Konjunktur und vor allem die Exporte abgewürgt würden.

Für dieses Jahr rechnet die Nationalbank weiterhin mit einem realen Wachstum von rund 1%. 2003 soll es deutlich mehr sein.

Die Inflationsprognose sagt mittlere Teuerungsraten von 0,9% in diesem sowie 1,3% beziehungsweise 1,6% in den nächsten beiden Jahren voraus. An den Devisenmärkten reagierte der Franken-/Eurokurs kaum auf den Nullentscheid der Nationalbank.

Gute Noten für SNB

Wirtschaftsverbände und Ökonomen zeigten sich zufrieden mit dem Entscheid der SNB, die Zinsen unverändert zu belassen. Vor dem Hintergrund der nach wie vor schwachen Konjunktur und des starken Frankens sei dies richtig.

Der Wirtschafts-Dachverband economiesuisse erachtet den Entscheid der SNB als verantwortbar. Die früheren Massnahmen der Notenbank gegen die Frankenstärke zeigten, dass die vorhandenen Mechanismen, wie etwa die Zinssenkungen, nicht immer so spielten, wie es im Lehrbuch stehe.

Thomas Daum, Direktor des Verbands der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (Swissmem), erwartet, dass die Interessen der Export- und Tourismusbranche auch weiterhin berücksichtigt werden. Der Franken sei gegenüber dem Euro nach wie vor überbewertet.

Die Nationalbank habe die Finanzmärkte davon überzeugt, dass sie entschlossen sei, für eine Abschwächung des Frankens zu sorgen, sagte der Chefökonom des Gewerkschaftsbunds, Serge Gaillard. Diese Politik sei gut.


swissinfo und Agenturen


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