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Gerangel um den neuen Fussball-Präsidenten

Am Samstag (10.02.), wird im Berner Rathaus in geheimer Abstimmung der neue Präsident des Schweizerischen Fussballverbandes SFV gewählt. Vier Kandidaten wollen Nachfolger von Marcel Mathier werden, der nach acht Jahren zurücktritt.

Offiziell zur Wahl stellen sich den 101 Delegierten die drei Präsidenten der Abteilungen: Ralph Zloczower (Nationalliga, die Vereine der obersten zwei Profi-Spielklassen)), Guido Cornella (1. Liga, erste Amateurliga) und Urs Saladin (Amateurliga, 2. bis 5. Liga) sowie Jean-François Kurz, der ehemalige Präsident von Lausanne und Nyon, der bislang keine Verbandstätigkeit ausübte und quasi als "Quereinsteiger" gilt.

Wird das ungeschriebene Gesetz umgeschrieben?

Gemäss einem ungeschriebenen Gesetz und einer in den letzten Tagen hervorgekramten Vereinbarung wäre turnusgemäss die 1. Liga befugt, den Präsidenten zu stellen. Der Amriswiler Textilunternehmer Guido Cornella müsste also den Zuschlag erhalten, stammten doch Marcel Mathier aus der Amateurliga und dessen Vorgänger Freddy Rumo aus der Nationalliga.

Doch die Zeiten und die Ansichten haben sich geändert. Vor allem die
Vertreter des Profifussballs (Nationalliga) wünschen einen Vertreter ihrer Zunft an die Spitze des Verbandes.

Saladin mit den besten Chancen

Wenn also sämtliche Amateurvereine geschlossen hinter dem Grenchner Versicherungs-Berater Saladin (62) stehen, vereint dieser 47 Stimmen auf sich und braucht nur noch vier "Fremdvoten", um bereits im ersten Wahlgang das absolute Mehr zu erreichen.

Die gespaltene Nationalliga

Im Vorfeld der Wahlen präsentierte sich vor allem die Nationalliga uneins. Obwohl sie mehrmals den Support für ihren offiziellen Vertreter, den Berner Fürsprecher Ralph Zloczower, bekräftigte, haben sich einige Nationalliga-Vereine abgesplittet.

So hat Lausanne seinen unabhängigen Ex-Präsidenten Jean-François Kurz ins Rennen geschickt, der auch auf die Unterstützung von Basel, Yverdon und Luzern zählen kann.

Der 68-jährige Zloczower, für den sich vor allem GC, Lugano und Servette stark engagieren, hat seine Chancen zweimal mit ungeschicktem Vorgehen selbst beeinträchtigt. Als Sekretär des Berner Kinoverbandes hat er ein juristisches Dokument mitunterzeichnet, das sich gegen einen Kino-Neubau im Rahmen des neuen Berner Wankdorf-Projekts richtet.

Mit der von ihm vorgesehenen Strukturänderung - der SFV sollte nur zwei
Kammern, eine Profi- und einer Amateur-Liga, umfassen - hat sich Zloczower auch bei den Erstligaklubs keine Freunde geschaffen.

Hobby-Jogger Kurz ist für Zloczower eine ernst zu nehmende Konkurrenz, obwohl er keine Erfahrung als Verbandsfunktionär aufweisen kann. "Zum Glück fehlt mir diese. So bin ich ungebundener und unabhängiger und kann einhalten, was ich verspreche", betont Kurz.

Diesem nationalligainternen Gerangel blickt Urs Saladin gelassen entgegen. Der Solothurner, der das Präsidium im Halbamt ausführen würde und für einen neuen Nationalliga-Modus plädiert, verzichtete auf eine Werbetour, hat aber aus anderen Kammern "Rauchzeichen" erhalten und rechnet deshalb auch mit "fremden" Stimmen und letztlich mit seiner Wahl.

swissinfo und Agenturen


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