Drogen am Steuer: Cannabis an der Spitze

Im Strassenverkehr ist Cannabis die klar häufigste Droge. Doch immer mehr Auto-, Motorrad- und Velofahrer stehen unter Kokaineinfluss, zeigt die erste schweizweite Studie über Drogen und illegale Substanzen im Strassenverkehr.

Dieser Inhalt wurde am 05. April 2010 - 12:11 publiziert

Seit dem 1. Januar 2005 gilt auf Schweizer Strassen nicht nur die 0,5 Promille-Grenze für Alkohol. Für eine Reihe illegaler Drogen herrscht seit diesem Zeitpunkt Nulltoleranz. Die Schweizerische Gesellschaft für Rechtsmedizin hat für das Bundesamt für Gesundheit die ersten Übertretungsfälle untersucht.

Analysiert wurden alle Drogenverdachtsfälle des Jahres 2005, die in einem der acht schweizweiten, vom Bund anerkannten Laboratorien abgeklärt wurden. Fälle, in denen die Polizei einzig auf Alkohol testete, wurden nicht berücksichtigt.

Es gab 4794 Verdachtsfälle - 4243 bei Männern und 543 bei Frauen. Das Durchschnittsalter der Auto-, Lastwagen-, Töff-, Töffli- und Velofahrer betrug 31 Jahre. 35% der Tests veranlasste die Polizei nach Verkehrsunfällen.

In 89% der Fälle fanden sich eine oder mehrere psychoaktive Substanzen im Blut. Die häufigste war Cannabis (48%) vor Alkohol (35 %), Kokain (25 %), Opiaten (10 %), Amphetaminen wie Speed, Crank oder Crystal (7 %), den als Beruhigungs- und Schlafmitteln benutzten Benzodiazepinen (6 %) und Methadon (5 %).

Die Häufigkeit von Kokain verdoppelte sich gegenüber ähnlicher früherer Untersuchungen von etwa 13 auf 25%. Das widerspiegelt laut der Studie die bessere Verfügbarkeit der Substanz und den ansteigenden Konsum.

Viele Verkehrsteilnehmer hatten gleich mehrere Drogen intus. 89% der Drogensünder am Steuer waren Männer. Die am häufigsten erwischte Altersgruppe war jene zwischen 20 und 29 Jahren. Wie erwartet fuhren die Jungen eher unter Drogeneinfluss, während ältere Personen häufiger positiv auf Medikamente getestet wurden.

swissinfo.ch und Agenturen

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