Gleich hohe Ausgaben für Telefon und Medikamente

In Schweizer Apotheken verlangt die Kundschaft immer mehr Generika. Keystone

Das Wachstum des Schweizer Medikamentenmarktes liegt weit unter der weltweiten Entwicklung. 2006 wurden in der Schweiz für Medikamente rund 600 Franken pro Kopf ausgegeben.

Dieser Inhalt wurde am 07. Juli 2007 - 14:49 publiziert

Kassenpflichtige Generika haben im vergangenen Jahr stark zugelegt. Die Nachahmerprodukte erreichten ein Wachstum von knapp 50%.

Wie aus der am Samstag veröffentlichten Broschüre "Pharma-Markt Schweiz 2007" hervorgeht, wendet die Schweizer Bevölkerung 1,7% des Einkommens für Medikamente auf - etwa gleich viel wie für das Telefonieren.

In der Schweiz werde mit rund 600 Franken (424 US-Dollar) pro Kopf weniger Geld für Medikamente ausgegeben als in anderen vergleichbaren Ländern. So seien es beispielsweise in Deutschland 429 US-Dollar und in den USA 752 US-Dollar.

Geringes Wachstum

Der Medikamentenmarkt wuchs im vergangenen Jahr um 1,9% auf rund 4,2 Mrd. Franken. Die Zunahme liegt damit laut Interpharma, dem Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen, markant unter dem weltweiten Wachstum von 6,3%.

Interpharma führt die Abschwächung auf die Massnahmen zur Kostensenkung im Gesundheitswesen zurück.

Generika legen zu

Erneut stark zugelegt haben die kassenpflichtigen Generika. Die Nachahmerprodukte erreichten ein Wachstum von 46,4%.

Knapp ein Sechstel aller verkauften Medikamente im 2006 war rezeptfrei. Im letzten Jahr wurden laut Interpharma rund acht Mal mehr Medikamente aus biotechnologischer Herstellung abgegeben als noch vor zehn Jahren.

Zentralnervensystem im Zentrum

Medikamente gegen Erkrankungen des Zentralnervensystems nahmen 2006 bezüglich Marktanteil neu die Spitzenposition ein, wie es in der Broschüre heisst. Innerhalb dieser Gruppe seien es vor allem Medikamente gegen Depressionen.

An zweiter Stelle stehen Mittel gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Erhöhte Forschungsausgaben

Rund 31% der im vergangenen Jahr in der Schweiz verkauften Medikamente wurden in der Schweiz hergestellt.

Die Schweizer Pharmabranche erhöhte im vergangenen Jahr ihre Aufwendungen in Forschung und Entwicklung in der Schweiz im Vorjahresvergleich um 13,8% auf 4,4 Mrd. Franken.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Der Chemie- und Pharmasektor ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige der Schweiz. Auf ihn entfallen rund ein Drittel aller Schweizer Exporte. Dies hat 2005 mehr als 55 Mrd. Franken ausgemacht.

Mit mehr als 200'000 Mitarbeitenden im Ausland beschäftigt der Sektor mehr Leute ausserhalb als in der Schweiz.

Zwischen 1980 und 2004 stieg das Export-Wachstum von Pharma-, Vitamin- und Diagnostik-Produkten um 900%.

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