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Gotthardpass früh geöffnet

Noch herrscht Ruhe auf der Gotthardpassstrasse, die nun für den Individualverkehr offen ist.

(Keystone)

Seit Freitag, punkt 11.00 Uhr, ist die Passstrasse über den Gotthard für leichte Motorfahrzeuge und Lastwagen bis 32 Tonnen ohne Anhänger offen.

"Wir hätten ihn wohl schon am 4. Mai geöffnet, aber dann kam eine Schlechtwetterfront und warf zwei bis drei Meter Schnee auf den Pass", sagte Josef Brand, der Betriebsleiter der Urner Kantonsstrassen, gegenüber swissinfo.

So mussten die Schneeräumer noch einmal von Vorne beginnen. Aber jetzt ist die Passtrasse über den Gottthard geräumt. Auch der Neuschnee sei zum grossen Teil wieder weggeschmolzen. Josef Brand: "Nur da, wo wir Lawinenkegel druchfräsen mussten, stehen noch Schneemauern von fast drei Metern Höhe."

"Wir liessen uns nicht unter Druck setzen"

Normalweise ist die Eröffnung der Passstrasse zwischen Uri und dem Tessin keine Schlagzeile wert. In diesem Jahr aber ist alles anders. Nach dem Brand im Strassentunnel im Oktober 2001 und der Wiedereröffnung des Tunnels an Weihnachten sorgt das Laster-Dosierungssystem der Regierung für hitzige Diskussionen in der Schweiz, und in den Warteräumen entlang der Gotthard-Autobahn stauen sich die Laster.

So verspricht man sich von der Eröffnung der Strasse über den Pass eine Entlastung der Nord-Süd-Transversalen A2. Josef Brand bestätigt, dass die Autobahn tatsächlich entlastet wird, wenn über den Pass ausgewichen werden kann. "Die Staus werden kürzer, der Verkehr läuft besser", sagt Brand.

Man habe den Druck schon gespürt, den Pass so früh wie möglich zu öffnen. "Aber wir liessen uns nie unter Druck setzen", sagt der Betriebsleiter der Kantonsstrassen. Die Sicherheit der "Mannen, die wir in den Schnee schicken", gehe vor.

Nicht alle Fahrzeuge dürfen die zwar gut ausgebaute aber an einigen Stellen doch enge und kurvige Strasse über den Pass befahren. "Nur leichte Fahrzeuge und Laster bis 32 Tonnen ohne Anhänger", präzisiert Brand.

Skeptische Anwohner

Die Ausweichroute über den Gotthard wird rege benutzt. Vor allem dann, wenn sich im Tal, auf der A2, Staus zusammenbrauen. "Dann weichen die Leute aus", sagt Brand.

Das wiederum treibt der Bevölkerung entlang der Gotthard-Passtrasse die Sorgenfalten auf die Stirn. Andermatt, zum Beispiel, kann umfahren werden, nicht aber Hospental. Die Gegend lebt fast ausschliesslich vom Tourismus.

Seit es den Strassentunnel gibt, findet man dort auch Ruhe. Diese könnte nun in Gefahr geraten. Man erinnert sich nur ungern an die Zeiten vor dem Strassentunnel, als sich die Fahrzeuge in den engen Strassen von Hospental stauten. "Nun sind die Leute skeptisch und befürchten, dass Feriengäste abwandern oder gar nicht kommen", sagt Josef Brand.

Motorräder fahren oft zu schnell

Die Strasse über den Gotthardpass ist gut ausgebaut. Auf der Tessiner-Seite ist sie gar recht breit. Auch ist der Pass nicht sonderlich steil. Unfälle, so Josef Brand, zähle man nicht mehr, als auf den andern Strassen auch. Allerdings seien es die Motorradfahrer, welche immer wieder für schwere Unfälle sorgen würden. "Die fahren einfach oft viel zu schnell!"

Und abschliessend sagt Brand, es sei alles bereit. Und auf dem Gotthard-Hospiz, der auf Tessiner-Gebiet liege, würden die Leute auf die Gäste warten. So nehme er wenigstens an, denn Schnee geräumt habe man nur bis an die Urner Kantonsgrenze.

Alles andere mussten die Tessiner Kollegen wegräumen. "Das ist deren Hoheitsgebiet, und wir räumen bei denen nur, wenn der Kanton Tessin ein formelles Gesuch stellt", schmunzelt der Chef der Urner Kantonsstrassen, der übrigens nicht glaubt, dass der Pass über Pfingsten erneut geschlosssen werden muss. Obwohl für Nord und Süd schlechtes Wetter mit einem Temeperatursturz vorausgesagt wird.

Urs Maurer

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