Greift die Nationalbank bald ein?

Der Aufwertungsdruck auf den Schweizer Franken hält an. Das löste Spekulationen über ein baldiges Eingreifen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) aus.

Dieser Inhalt wurde am 02. Januar 2003 - 16:56 publiziert

Der Dollarkurs fiel innert Jahresfrist um mehr als 15 Prozent; der Euro wurde gut fünf Prozent billiger.

Im Interbankgeschäft sackte der Dollar zum Jahresende auf gut 1,38 Franken ab. Weniger war die US-Währung letztmals am 25. Januar 1999 wert gewesen. Am Donnerstagmorgen erholte sich der Dollar zunächst wieder auf gut 1,39 Franken, was Händler mit technischen Gründen erklärten. Bereits im Laufe des Vormittags fiel der Dollar aber wieder um einen halben Rappen zurück.

Der Franken notierte auch gegenüber dem Euro nahe den Höchstwerten, die kurz nach den Terroranschlägen in den USA im September 2001 erreicht worden waren.

Im Jahresendgeschäft fiel der Euro vorübergehend unter die Marke von 1,45 Franken und lag am Donnerstag nur knapp darüber.

Dollar weiterhin schwach


Der Blick zurück zeigt, dass der Dollar innert Jahresfrist zum Franken fast 25 Rappen oder gut 15 Prozent an Wert verlor. Der Euro wurde gleichzeitig acht Rappen oder gut fünf Prozent billiger.

Devisenhändler rechneten mit einer fortgesetzten Dollarschwäche im neuen Jahr. Anhaltende Befürchtungen über einen Irak-Krieg dürften gleichzeitig die Rolle des Frankens als Fluchtwährung fördern, hiess es.

Nationalbank gefordert

Ein Währungsexperte der UBS Warburg in Singapur machte am Donnerstag darauf aufmerksam, dass der mit den Exporten gewichtete Aussenwert des Schweizer Frankens den höchsten Stand seit fast sieben Jahren erreicht habe.

Die Wahrscheinlichkeit eines Eingreifens der Schweizerischen Nationalbank sei damit weiter gestiegen.

Spitzenvertreter der SNB hatten in den vergangenen Wochen mehrmals erklärt, im Falle einer übertriebenen Aufwertung des Frankens einzuschreiten. Sowohl eine weitere Leitzinssenkung wie auch direkte Interventionen am Devisenmarkt wurden nicht ausgeschlossen.

Schweizer Wirtschaft in Bedrängnis

Dabei dürften die Währungshüter vor allem den Euro-Kurs scharf beobachten. Auch wenn die Nationalbank nach eigenen Angaben keine Schmerzgrenze definiert hat, gehen Händler davon aus, dass ein länger anhaltendes Unterschreiten der Marke von 1,45 Franken Aktionen der Notenbank auslösen dürfte.

Denn über die Verteuerung der Exporte könnte die Frankenstärke die stagnierende Schweizer Konjunktur zusätzlich in Bedrängnis bringen.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Der US-Dollar wurde am letzten Tag des Jahres mit knapp über 1,38 SFr. gehandelt

Anfang 2002 war der US-Dollar noch zu rund 1,66 SFr. gehandelt worden

Der Euro stand bei Jahresende bei knapp über 1,45 SFr.

Anfang 2002 wurde der Euro noch zu 1,49 SFr. gehandelt

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