Navigation

Grosskundgebung für die Erhaltung der ADtranz-Werke in Bern

Rund 1'500 Menschen haben am Samstag (22.01.) in Bern für die Erhaltung der Arbeitsplätze bei den Schweizer ADtranz-Produktionsbetrieben demonstriert. Sie kritisierten die deutschen Konzernbosse scharf und warfen Bundesrat Couchepin Untätigkeit vor.

Dieser Inhalt wurde am 23. Januar 2000 - 12:29 publiziert

Rund 1'500 Menschen haben am Samstag (22.01.) in Bern für die Erhaltung der Arbeitsplätze bei den Schweizer Produktionsbetrieben des deutschen Bahntechnikkonzerns Adtranz demonstriert. Sie kritisierten die deutschen Konzernbosse scharf und warfen Bundesrat Couchepin Untätigkeit vor. Probleme mit Adtranz hat auch der Grosskunde SBB.

An der von den Adtranz-Personalverbänden und den Gewerkschaften organisierten Demonstration wurden die Konzernzentrale, der Bundesrat, die SBB, die Privatbahnen sowie die Regierungen der Kantone Zürich und Basel-Landschaft aufgefordert, Farbe zu bekennen und den Bemühungen zum Erhalt der Arbeitsplätze grösstmögliche Unterstützung zukommen zu lassen. Eine entsprechende Resolution wurde vor dem Bundeshaus symbolisch mit Ballonen auf die Reise geschickt.

Im Kampf um die Erhaltung der 700 Arbeitsplätze in Pratteln und Oerlikon wurde noch nicht viel erreicht, wie ein Vertreter des Personals auf dem Bundesplatz einräumte. Der Konzernzentrale in Berlin warf er eine Hinhaltetaktik vor. Den Bundesrat und den federführenden Wirtschaftsminister Pascal Couchepin kritisierte er wegen mangelnde Engagements. Andre Daguet von der Gewerkschaft Smuv bezeichnete Adtranz als Symbol für den Kampf gegen den Shareholder-Kapitalismus. Die Manager gingen so eiskalt vor, wie das Wetter an der Kundgebung sei. Daguet rief zur Solidarität der Arbeitnehmer auch bei Fusionen und Restrukturierungen in anderen Unternehmen auf.

Im Deutschschweizer Fernsehen gab der Projektleiter für die neuen Neigezüge der SBB, Theo Weiss, am Samstagabend bekannt, dass Adtranz mit der Lieferung schwer im Rückstand sei. Statt der bis zum jetzigen Zeitpunkt versprochenen acht Neigezüge habe soeben erst der zweite auf eine Testfahrt geschickt werden können. Die Verspätung von rund sechs Monaten bereite den SBB Sorgen, weil die für Frühling 2001 vorgesehene Bedienung der Jura-Südfuss-Linie mit den neuen Zügen gefährdet sei und Ertragseinbussen befürchtet werden müssten. Ein Mitglied der Adtranz-Geschäftsleitung sagte, man rechne mit Mehrkosten und einer möglichen Konventionalstrafe in zweistelliger Millionenhöhe.

SRI und Agenturen

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Diskutieren Sie mit!

Mit einem SWI-Account erhalten Sie die Möglichkeit, Kommentare auf unserer Webseite sowie in der SWI plus App zu erfassen.

Login oder registrieren Sie sich hier.