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Grundstein für Ceneri-Basistunnel gelegt

Bundespräsident Moritz Leuenberger in Camorino bei Bellinzona während der Grundstein-Legung.

(Keystone)

Die Flachbahn durch die Alpen nimmt weiter Gestalt an. Am Freitag wurde offiziell der Grundstein für den neuen Ceneri-Basistunnel gelegt.

Die 15,4 Kilometer lange Röhre wird dereinst den neuen Gotthard-Basistunnel ergänzen. Die Kostenexplosion gibt dabei viel zu reden.

Gleich drei Grundsteine legten Bundespräsident Moritz Leuenberger sowie die Zürcher Regierungsrätin Rita Fuhrer als Präsidentin des Gotthard-Komitees und der Tessiner Baudirektor Marco Borradori.

Sie sollen den internationalen, nationalen und regionalen Charakter des neuen Ceneri-Basistunnels unterstreichen.

Der Ceneri-Basistunnel ist das letzte, entscheidende Puzzle im Projekt der Neuen Alpentransversalen (Neat). Während die Lötschberg-Achse mit dem neuen Basistunnel schon im Dezember 2007 in Betrieb gehen kann, braucht es für die Neat am Gotthard noch etwas Geduld.

Der neue, 57 Kilometer lange Gotthard-Basistunnel zwischen Erstfeld und Bodio ist erst zu 60 Prozent ausgebrochen, der Ceneri-Basistunnel steckt noch vollkommen in den Kinderschuhen.

Doch erst beide Tunnelröhren sowie der Zimmerberg ermöglichen die durchgehende Flachbahn durch die Alpen via Gotthard.

Inbetriebnahme nicht vor 2019

Von dem Werk verspricht man sich grosse Vorteile im internationalen Verkehr und neue Impulse für die Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene.

Es ist somit ein zentraler Bestandteil der Schweizerischen Verkehrspolitik, die von den Bürgern wiederholt in Volksabstimmungen gut geheissen wurde.

Bauwerke dieser Grössenordnung brauchen allerdings viel Zeit. Zwischen Projektplanung und Bauende vergehen Jahrzehnte. Mit der kommerziellen Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels ist beispielsweise nicht vor 2019 zu rechnen.

Aus Sicherheitsgründen hat man entschieden, am Ceneri ein Tunnelsystem mit zwei Einspurröhren zu bauen, die alle 300 Meter durch Querschläge miteinander verbunden sind. Ursprünglich war ein Doppelspurtunnel vorgesehen gewesen.

Kosten klettern in die Höhe

Mehr Sicherheit bringt aber auch höhere Kosten. Im Laufe der Projektierung kletterten die prognostizierten Ausgaben für den Ceneri-Basistunnel bereits von 1,4 auf 2,2 Mrd. Franken. Anfang Jahr wurden nochmals Mehrkosten von 174 Millionen bekannt.

Die Parlamentsdelegation zur Aufsicht über den Bau der neuen Eisenbahn- Alpentransversalen ist äusserst besorgt über diese Entwicklung.

Und die AlpTransit Gotthard AG (ATG) als Bauherrin musste schon herbe Kritik einstecken.

Sowohl Peter Zbinden als Chef der Alptransit AG als auch Bundespräsident Moritz Leuenberger wiesen die Kritik heute entschieden zurück.

Es bestehe absolute Kostentransparenz und die Zuschläge befänden sich in der zulässigen Streubreite.

Zwei Einspurtunnels sind gesetzt

Eine Rückkehr zu einem Doppelspurtunnel, wie von einiger Seite gefordert, sei aus Sicherheitsgründen und gemäss europäischer Standards nicht möglich, hiess es übereinstimmend. Man könne nicht Jahre von Planungsarbeit rückgängig machen.

Gleichwohl wird nach Wegen gesucht, die Kosten für den Bau des Ceneri-Basistunnels zu senken.

Ein Sparpotenzial von rund 150 Mio. Franken sieht Zbinden bei den Bau- und Sicherheitsstandards sowie bei den Marktpreisen, die derzeit in ganz Europa tiefer lägen als noch vor ein paar Jahren.

Allerdings hat auch das Sparen seinen Preis. Abstriche bei der Bauqualität beispielsweise würden nicht ohne Folgen bleiben: So könnte es sein, dass der erste Grossunterhalt am Tunnelgewölbe schon nach einer Betriebsdauer von rund 50 Jahren zu erfolgen hat und nicht wie geplant erst nach rund 100 Jahren.

Das Departement Leuenberger hat seinerseits eine Kommission externer Experten eingesetzt, welche die Sicherheits- und Baustandards des Ceneri-Basistunnels sowie die allgemeine Marktlage im Tief- und Tunnelbau überprüft. Erste Konkrete Vorschläge werden auf Ende Juni erwartet.

swissinfo und Gerhard Lob, Tessin.

In Kürze

Der Ceneri-Basistunnel ist Teil der neuen Alpen-Transversalen (Neat).

Zusammen mit Lötschberg, Gotthard und Zimmerberg sorgt der Ceneri für eine neue Flachbahnverbindung durch die Schweiz.

Vollständige Inbetriebnahme aller Bauwerke: 2019.

Die bestehenden Gotthard- und Ceneri-Tunnels weisen Maximalsteigungen bis zu 26 Promille auf. In den neuen Tunnels gibt es maximal 8 Promille.

Die Flachbahn ist zur Umsetzung der Schweizerischen Verkehrspolitik entscheidend. Nur so kann eine effiziente Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene erreicht werden.

Im Personenverkehr wird es erhebliche Fahrzeitverkürzungen zwischen Zürich und Mailand geben.

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Fakten

Länge Ceneri-Basistunnel: 15,4 km
Länge neuer Gotthard-Basistunnel: 57 km
Geplante Inbetriebnahme Gotthard: 2016
Geplante Inbetriebnahme Ceneri: 2019
Inbetriebnahme Neat-Lötschberg: 2007
Kosten Ceneri-Tunnel: 2,2 Mrd. Franken
Gesamtkosten Neat: z.Zt. 17,8 Mrd. Franken

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