Heizöl treibt Preise in die Höhe

Heizöl einfüllen: 40% teurer als vor einem Jahr. Keystone Archive

Per Ende Oktober beträgt die Jahresteuerung in der Schweiz 1,3%. Damit erreicht sie den höchsten Stand seit März 2003. So kostet Heizöl fast 40% mehr als vor einem Jahr.

Dieser Inhalt wurde am 04. November 2004 - 11:47 publiziert

Die Konsumenten-Stimmung hat sich in den vergangenen Monaten leicht verschlechtert.

Der Landesindex der Konsumentenpreise erhöhte sich im vergangenen Oktober auf 104,3 Punkte (Basis Mai 2000: 100 Punkte).

Letztmals war die Inflationsrate im März 2003 so hoch gewesen, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag mitteilte.

Schuhe und Kleider kosteten im Vergleich zum Vormonat um 15% mehr. Der Preisindex für die Gruppe Wohnen und Energie stieg um 1,1%, was vor allem auf die gestiegenen Ölpreise zurückzuführen ist.

Im Oktober kostete Heizöl fast 40% mehr als vor einem Jahr, und rund 17% mehr als im Vormonat September.

Insgesamt stabil blieben die Preise für Nahrungsmittel. Schokolade, Wurst- und Teigwaren wurden wegen zu Ende gegangenen Aktionen wieder teurer. Umgekehrt kosteten beispielsweise Früchte und Gemüse etwas weniger.

Vor allem teurere Importgüter

Der Anstieg der Oktoberteuerung fiel vor allem auf ausländische Güter zurück, deren Preisniveau um 3,3% stieg. Die Preise für Inlandgüter blieben im Monatsvergleich relativ stabil.

Für das gesamte Jahr rechnen die Statistiker mit einer durchschnittlichen Teuerungsrate von 0,8 bis 0,9%. Im Jahr 2005 soll die Teuerung dann im Durchschnitt 1,3% betragen, wobei die schwankenden Erdölpreise noch einen grossen Unsicherheitsfaktor darstellen.

Die Inflation dürfte aber auch 2005 deutlich unter der Marke von zwei Prozent liegen, die von Ökonomen als Grenze für die Preisstabilität betrachtet wird.

Verunsicherte Konsumenten-Stimmung

Die Schweizer Konsumenten sind zu Beginn des Weihnachtsgeschäfts verunsichert. Der Index der Konsumenten-Stimmung verharrte im Oktober trotz Konjunkturaufschwung auf dem Niveau der beiden Vorquartale.

Die Ökonomen des Bundes bleiben aber zuversichtlich, dass sich die Lage nächstes Jahr aufhellt. Der vom Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) quartalsweise bei rund 1100 Haushalten erhobene Index der Konsumentenstimmung erreichte im Oktober einen Stand von minus 13 Punkten.

Das Stimmungsbarometer ist damit noch einen Punkt tiefer als im Juli und auf den Stand vom letzten April zurückgefallen.

Pessimistischer als noch im Sommer

Wenig zuversichtlich, aber zum Teil widersprüchlich zeigten sich die Haushalte auch bei den sechs weiteren Fragen, deren Resultate nicht in den Gesamtindex einfliessen.

So beurteilen die Haushalte die künftige Wirtschaftsentwicklung klar pessimistischer als im Sommer. Und auch die Sicherheit der Arbeitsplätze wird etwas schlechter eingestuft.

Umgekehrt hat sich im Urteil der Haushalte die Möglichkeit zu sparen im Vergleich zum Juli verbessert. Der Zeitpunkt für grössere Anschaffungen wird hingegen unverändert als eher ungünstig betrachtet.

Banker erwarteten bessere Stimmung

Bankökonomen hatten eine leichte Verbesserung der Konsumentenstimmung erwartet. Seco-Ökonom Bruno Parnisari räumt ein, dass das Bild auf den ersten Blick nicht sehr positiv aussieht.

Er erinnert aber daran, dass der Gesamtindex mit minus 13 Punkten nicht weit vom langjährigen Durchschnitt entfernt sei.

Dass sich die Konsumentenstimmung nicht weiter aufgehellt hat, führt Parnisari auf eine Reihe von Faktoren zurück, die im Moment eine Verunsicherung auslösten.

Er nennt die Ölpreisentwicklung, die unerwartet langsame Erholung des Arbeitsmarkts und die gedrückte Stimmung auf den Finanzmärkten.

Diese Themen dominierten auch in den Medien. Dabei seien die meisten Konjunkturindikatoren gut bis sehr gut.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Jahresteuerungsrate Oktober 2004: 1,3%
Jahresteuerungsrate September 2004: 0,9%
Vor allem die Ölpreissteigerungen schlugen auf den Index durch.
Für das ganze laufende Jahr rechnen Statistiker mit einer durchschnittlichen Teuerungsrate zwischen 0,8 und 0,9%.

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