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Hohe Arbeitskosten sind kein Nachteil für die Wirtschaft

Ein Von Roll Arbeiter in der Giesserei Delsberg.

(Keystone)

Mit durchschnittlichen Kosten von 50,70 Franken pro Arbeitsstunde liegt die Schweiz im europäischen Vergleich vor Dänemark und Belgien an der Spitze der Arbeitskosten.

Kaufkraftbereinigt liegt die Schweiz allerdings lediglich im vorderen Mittelfeld und hinter den meisten Nachbarländern.

Im Jahre 2004 bezahlten die Arbeitgeber in der Industrie und in weiten Teilen des Dienstleistungssektors für ihre Angestellten pro Stunde durchschnittlich 50,70 Franken, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag in seiner ersten Schätzung der Arbeitskosten bekannt gab.

Dies sind 1,2% mehr als 2002, als die Arbeitsstunde noch 50,10 Fr. kostete. Zwischen 2000 und 2002 war sie noch 5% teurer geworden.

Mit den 50,70 Fr. oder umgerechnet 32,90 Euro pro Stunde hat die Schweiz die teuersten Arbeitsstunden Europas. Dahinter folgen Dänemark (30,70 Euro) und Belgien (30 Euro).

In unseren Nachbarländern Österreich, Deutschland und Frankreich müssen die Arbeitgeber pro Arbeitsstunde zwischen 25,30 und 28,20 Euro bezahlen.

Der EU-Durchschnitt liegt bei etwas über 21 Euro. Am wenigsten kostete eine Arbeitsstunde in den neuen EU-Ländern Mittel- und Osteuropas mit Litauen, Estland und Lettland am Schluss der Tabelle. In den drei baltischen Staaten wurden lediglich 2,50 bis 4,25 Euro pro Stunde bezahlt.

Kaufkraftbereinigt im Mittelfeld

Ganz anders sieht die Lage aus, wenn man die Kaufkraftunterschiede zwischen den einzelnen Ländern ausrechnet. Dann seien die Arbeitskosten in der Schweiz nicht so hoch wie gedacht, sagte Didier Froidevaux vom BFS.

Gemessen an den so genannten Kaufkraftstandards (KKS), die Preisdifferenzen zwischen den Ländern eliminieren, kostet eine Arbeitsstunde in der Schweiz 23,3 KKS. Damit belegt unser Land Rang 9 in Europa hinter Grossbritannien.

Zwar liegt die Schweiz immer noch leicht über dem Durchschnitt der alten 15 EU-Staaten, aber klar unter dem Niveau der Nachbarländer Österreich (24,4 KKS), Deutschland (24,6 KKS) und Frankreich (26,1 KKS). Nur Italien ist billiger (20,8 KKS).

Damit sei der hiesige Wirtschaftsstandort attraktiver als die meisten Nachbarländer, hiess es weiter.

Belgien am teuersten

Am teuersten in Europa ist kaufkraftbereinigt eine Arbeitsstunde in Belgien (28,8 KKS) und Luxemburg (26,7 KKS) Schlusslichter sind wiederum Litauen, Estland, und Lettland.

In der Schweiz flossen von den 50,70 Fr. pro Arbeitsstunde 41,90 Fr. in den Lohn ( 82,6%). 14,8% oder 7,50 Fr. machten die Sozialbeiträge der Arbeitgeber aus. 2,6% oder 1,30 Fr. wurden für berufliche Bildung, Personalrekrutierung und Übriges ausgegeben.

Allerdings beruhen die Zahlen lediglich auf Schätzungen des BFS. Genauere Zahlen werde es erst 2008 geben, sagte Froidevaux. Bis dann muss die Schweiz aufgrund der bilateralen Abkommen detailliertere Ergebnisse über die Arbeitskosten liefern.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Die Berechnungen des Bundesamtes für Statistik über die Arbeitskosten liefern wichtige Hinweise, die es erlauben, die Attraktivität des Wirtschaftsplatzes Schweiz mit den Hauptkonkurrenten zu vergleichen.

Die Arbeitskosten berücksichtigen die effektiven Kosten der Arbeitgeber wie Löhne und Sozialabgaben, aber auch Ausgaben für Rekrutierung, Ausbildung und Berufskleider.

In der Schweiz machen die Löhne 82,6% der Arbeitskosten aus, 14,8% gehen auf das Konto der Sozialausgaben, 2,6% betragen die übrigen Kosten.

In vielen Unternehmen sind die Löhne der Hauptkostenfaktor.

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