Hotelplan trotzt turbulentem Jahr 2001

Keystone

Der Reise-Konzern Hotelplan hat sich im Jahr 2001 trotz Swissair-Grounding und 11. September mit einem Gewinn- und Umsatzplus behauptet.

Dieser Inhalt wurde am 25. März 2002 - 16:22 publiziert

Der Umsatz legte um 4,9 Prozent auf 2,289 Mrd. Franken zu und erreichte damit einen neuen Höchstwert, wie Claus M. Niederer, Geschäftsleiter der Hotelplan-Gruppe, am Montag in Zürich sagte. Die Gästezahl stieg aber nur leicht um 1 Prozent auf 2,535 Millionen.

"Vor dem 11. September verzeichnete Hotelplan ein Umsatzplus von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr", sagte Finanzchef Claus Amstalden. Der Umsatzverlust aus der Annullations-Welle nach den Terroranschlägen bezifferte er mit 70 Mio. Franken.

Der Betriebsgewinn im Geschäftsjahr 2000/1 (per Ende Oktober) kletterte trotzdem um 49,8 Prozent auf 29,5 Mio. Franken, wie Amstalden weiter sagte. Der Konzerngewinn legte um 47,7 Prozent auf 22,5 Mio. Franken zu.

Schwarzer Herbst

Neben den Terror-Anschlägen bewirkte das Swissair-Grounding eine radikale Trendwende in der sonst reiseintensiven Herbstsaison bei Hotelplan Schweiz, wie Walter Güntensperger, Geschäftsleiter der Hotelplan Swiss Group, ausführte. "Ausser Spesen ist im Herbst nicht viel los gewesen."

Trotz eines Buchungs-Eingangs, der zeitweise fast zum Stillstand kam, erzielte die Hotelplan Swiss Group ein Umsatzplus von 4,6 Prozent auf 1,132 Mrd. Franken. Prozentual am stärksten gewachsen ist mit 10,3 Prozent die Budgetlinie M-travel.

Obwohl Spanien wichtigstes Reiseziel für Hotelplan Schweiz bleibe, sei die Türkei mit verdoppelten Umsatzzahlen klarer Sieger unter den Charter-Destinationen. Bei den Fernreisen erfreuten sich die Dominikanische Republik, die Malediven, Kenya und Thailand grosser Nachfrage.

Das Wintergeschäft laufe zwar nicht schlecht, sagte Güntensperger weiter. Allerdings dürfte die Wintersaison per Ende April 2002 mit einem Minus von 15 Prozent zum Vorjahr enden.

Ein sicherer Wert sei bei der Hotelplan Swiss Group das Produkt Autoplan mit mittlerweile 80'000 Gästen. Viele würden es heute vorziehen, 2000 Kilometer im Auto zurückzulegen, statt zu fliegen, fügte Niederer an.

Holland-Tochter macht Sorgen

Die ausländischen Töchter steuerten rund die Hälfte zum Gesamtumsatz der Hotelplan-Gruppe bei. Sie steigerten ihren Umsatz insgesamt um 5,5 Prozent, zeigten aber nach Ländern geordnet unterschiedliche Verläufe.

Sorgenkind Hotelplan Holland musste beim Umsatz ein Minus von über 10 Prozent hinnehmen. Der Betriebsverlust wurde gar mehr als verdoppelt. Noch im Berichtsjahr seien für Holland Massnahmen zur Kostenreduktion und Steigerung der Effizienz ergriffen worden, sagte Niederer.

In Italien kam die auf den Mittleren Osten spezialisierte Turisanda unter die Ränder. Besser lief es Hotelplan in England und in Frankreich, wo die Umsätze deutlich zulegten. Hotelplan Spanien wies für 2001 aber eine rückläufige Entwicklung aus.

Verhaltener Ausblick

Im laufenden Jahr erwartet die Hotelplan-Gruppe ein verhaltenes Wachstum von 1 bis 2 Prozent, wie Geschäftsleiter Niederer sagte. Wegen der negativen Folgen vom vergangenen Herbst und der mässigen letzten Monaten dürfte der Gewinn um 30 Prozent hinter dem Vorjahreswert zurückbleiben.

swissinfo und Agenturen

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