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Hypothekarkrise trifft Swiss Re schwer

Die Kreditkrise in den USA erfasst nun auch Swiss Re.

(Keystone)

Swiss Re, der weltweit führende Rückversicherer, wird von der US-Hypothekenkrise eingeholt und muss mit einem Verlust von 1,2 Mrd. Franken rechnen.

Somit werden nicht nur Schweizer Banken wie die UBS oder Credit Suisse von der Krise erschüttert, sondern auch der Versicherungs-Sektor wird nicht verschont.

Das Problem betrifft die Geschäftseinheit Credit Solutions und einen Kunden, der sich bei der Swiss Re gegen Wertverluste auf seinem Anlage-Portfolio versichert hat.

Dieses Portfolio besteht laut der Mitteilung von Swiss Re zum grossen Teil aus verbrieften Hypotheken, darunter auch so genannte Collateralized Debt Obligations (CDO), deren Wertverluste in den vergangenen Monaten Milliardenlöcher in die Kassen der grossen Investmentbanken gerissen hatten.

Wie schon bei den Banken verschärfte sich das Problem nun auch für die Swiss Re, weil die Rating-Agenturen diese Papiere im Oktober markant zurückstuften und es praktisch keinen liquiden Markt mehr dafür gibt. Der Konzern sprach von einer beispiellosen Entwicklung.

Die CDO wurden von der Swiss Re deshalb auf Null abgeschrieben, während die übrigen Subprime-Wertschriften auf 62% ihres ursprünglichen Werts zurückgestuft wurden.

Auch auf dem verbleibenden Portfolio seien geringfügigere Anpassungen gemacht worden, heisst es in der Mitteilung. Der Marktwert des gesamten Portfolios betrage nun noch 3,6 Mrd. Franken.

Besseres Risiko-Management

Swiss-Re-Konzernchef Jacques Aigrain wurde in der Mitteilung mit der Aussage zitiert, dass der Konzern bisher eine ausgezeichnete Performance im laufenden Jahr aufweise und die ausserordentlichen Entwicklungen auf den Finanzmärkten im Oktober absorbieren könne.

Er kündigte aber eine Verbesserung und Verstärkung des Risikomanagements an. Erste Schritte seien umgehend eingeleitet worden. Swiss Re will auch am angekündigten Aktienrückkaufprogramm festhalten und bekräftigte die mittelfristigen Ertragsziele.

Falsche Einschätzung

Swiss Re hatte bei der Präsentation des Quartalsabschlusses am vergangenen 6. November noch erklärt, dank der von Vorsicht geprägten Anlagepolitik sei man von den jüngsten Finanzmarktturbulenzen nicht wesentlich beeinträchtigt worden.

Der Konzerngewinn für das dritte Quartal ging um 5% auf 1,47 Mrd. Franken zurück.

Die Nachricht vom Milliardenverlust, der indirekt mit der US-Hypothekenkrise zusammenhängt, kontrastiert auf den ersten Blick auch mit Aussagen der Aufsichtsbehörden.

Bislang habe man im Zusammenhang mit der Krise keine Besorgnis erregende Situation festgestellt, sagte die Direktorin des Bundesamts für Privatversicherungen (BPV), Monica Mächler, in einem am vergangenen Samstag veröffentlichten Interview der "Finanz und Wirtschaft".

Sie schränkte allerdings ein, indirekte Anlagen mit Subprime-Exposure beispielsweise in Fonds gelte es ebenfalls zu berücksichtigen. Hier müsse sich noch zeigen, ob Schwachstellen sichtbar würden.

Überraschte Analysten

Die Analysten der Bank Vontobel sprachen von einer Hiobsbotschaft. Völlig überraschend kam die Nachricht vom "nächsten Subprime-Opfer" auch für die Analysten der Zürcher Kantonalbank.

Entsprechend reagierten die Anleger. Die Aktie stürzte an der Schweizer Börse SWX vorübergehend um mehr als 6% ab und riss auch den SMI ins Minus. Swiss Re gehörte damit zu den grössten Tagesverlierern am SWX-Markt.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Geschäftsjahr 2006 (in Mrd. Fr.)
Verdiente Beiträge: 29,515 (+9,8%)
Netto-Erträge aus Kapitalanlagen: 6,990 (+13,9%)
Ergebnis vor Steuern: 5,856 (+128,8%)
Überschuss: 4,560 (+97,9%)

Infobox Ende

In Kürze

Rückversicherer sind die Versicherungen der Versicherungen. Diese können sich bei Swiss Re gegen hohe Risiken wie beispielsweise Umweltkatastrophen versichern.

Swiss Re ist auch die Nummer 1 bei der Rückversicherung von Lebens-Versicherungen.

Die Swiss Re-Gruppe wurde 1863 als Schweizer Rück gegründet.

Im November 2005 hat sie die Mehrheit des Rückversicherungs-Geschäfts des US-Konzerns General Electric Insurance Solutions übernommen.

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(swissinfo.ch)


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