Indischer Aussenminister zu Arbeitsbesuch in Bern

Indiens Aussenminister Jaswant Singh hat heute morgen (04.09.) in Bern Wirtschaftsminister Pascal Couchepin getroffen. Dabei ging es insbesondere um die Welthandelsorganisation (WTO). Über Mittag führt Singh Gespräche mit Aussenminister Joseph Deiss.

Dieser Inhalt wurde am 04. September 2000 - 12:42 publiziert

Indien und die Schweiz haben bisher unterschiedliche Positionen zur Entwicklung der WTO vertreten. Beim Treffen zwischen Couchepin und Singh sei deren Lage erörtert worden, sagte Robin Tickle, Pressesprecher des Eidg. Volkswirtschaftsdepartements (EVD) auf Anfrage.

Es habe sich um einen "Tour d'horizon" gehandelt, bei dem auch die Informationstechnologie Thema gewesen sei. Wie konkret dabei über Informatik-Spezialisten gesprochen wurde, die der Schweiz fehlen und die Indien besitzt, konnte Tickle nicht sagen. Detailfragen im Bereich Textilien sowie Uhren und Schmuck seien nicht erörtert worden.

Heikle Dossiers

Beim Gespräch mit Aussenminister Joseph Deiss sollten danach die Situation in Kaschmir, die Haltung zu den Atomwaffen und der Kampf gegen Terrorismus zu Sprache kommen.

Die Region Kaschmir an der Grenze zu Pakistan ist die einzige Provinz Indiens, die mehrheitlich islamisch geprägt ist. New Delhi hat Pakistan wiederholt der Unterstützung der separatistischen Rebellen in Indien bezichtigt. Der Konflikt hat seit 1989 25'000 Tote gefordert.

Ein ebenso heikles Dossier dürfte der Atomwaffen-Sperrvertrag (NPT) von 1970 sein. Im Abkommen erklären sich die 187 Unterzeichnerländer - darunter die Schweiz - bereit, das Monopol auf Atomwaffen den USA, Russland, China, Frankreich und Grossbritannien zu überlassen.

Bei einer Überprüfungskonferenz zum Atomwaffen-Sperrvertrag hatten sich zudem die fünf offiziellen Atommächte im Mai zur Räumung aller Atomwaffenarsenale verpflichtet.

Weder Indien noch Pakistan haben den Vertrag bisher unterschrieben. Die Schweiz verlangt von Indien, diesen zu unterzeichnen. Bern hatte auch die von Indien im Mai 1998 durchgeführten Atomtests bedauert.

"Sehr gute Beziehungen"

Die Beziehungen zwischen Indien und der Schweiz seien dennoch "sehr gut", sagte ein Diplomat des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) auf Anfrage. Sie seien insbesondere seit dem Besuch von Flavio Cotti vor zwei Jahren intensiviert worden.

Die Schweiz gehört zu den zehn wichtigsten Investoren in Indien. Auch die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) investiert derzeit 30 Mio. Franken pro Jahr in den Subkontinent.

swissinfo und Agenturen

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