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Innovations-Stiftung - nach dem Vorbild Finnlands

Nokia, Innovation per Daumen-Klick.

(Keystone)

Will die Schweizer Wirtschaft mehr wachsen, müssen junge Schweizer Unternehmen finanziell viel stärker gefördert werden, sagt eine Studie.

Am Beispiel des Innovations-"Wunderknaben" Finnland leiten die Autoren Empfehlungen ab, die allerdings ihren Preis haben.

Die Zahlen sprechen für sich: Zwischen 1995 und 2001 erreichte Finnland ein Wachstum von 4,3%. In der gleichen Zeitspanne wuchs die Wirtschaft in der Schweiz gerade mal um 1,7%. Während die Schweizer Wirtschaft also vor sich hindümpelt, geht es bei den schweigsamen Nordländern mächtig voran.

0,8% an zusätzlichem Wachstum brachte der finnischen Wirtschaft laut Experten der EU-Beitritt. Als sehr wichtiger Faktor für die Erfolgsgeschichte gilt aber das starke staatliche Engagement in der finnischen Innovationspolitik.

Dieses "finnische Wunder" haben Wissenschafter der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) nun genau unter die Lupe genommen. "Innovationssystem Finnland - Was kann die Schweiz lernen?", heisst die Studie, die sie jüngst vorstellten. Und die Autoren reden darin Klartext, was die Empfehlungen an die Schweizer Wissenschafts- und Politikgremien betrifft.

Zielscheibe Start-ups

Wichtigster Punkt: Die Schweiz soll ihre Unterstützung für Unternehmen in der Gründungsphase massiv erhöhen. Dazu solle eine öffentlichen Stiftung geschaffen werden, die jungen Unternehmen, so genannten Start-ups, Risikokapital zur Verfügung stellen soll.

"Die Stiftung muss über mindestens 300 Mio. Franken verfügen, um wirksam zu sein", erklärte Beat Hotz-Hart, einer der Autoren. Woher aber dieses Geld nehmen? "Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass die Nationalbank einen kleinen Teil ihrer Goldreserven in die Stiftung einfliessen lässt", so Hotz-Hart.

Aus den überschüssigen 1300 Tonnen an Goldreserven, welche die Schweizerische Nationalbank seit einiger Zeit sozusagen portionenweise verkauft, wird ein Erlös von insgesamt 18 bis 20 Mrd. Franken resultieren.

Innovations-"Schlaraffenland"

Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass die finnische Innovationsstiftung über 650 Mio. Euro (rund 1 Mrd. Franken) verfüge. Die üppigen Mittel stammen von Gewinnen aus der Privatisierung vormals öffentlicher finnischer Elektrizitäts-Unternehmen.

"Finnland hat eine grosse Dynamik innovativer Aktivitäten entwickelt", attestiert Hotz-Hart den Skandinaviern im Gespräch mit swissinfo. "Die Schweiz hat ein Interesse daran zu verstehen, wie diese Dynamik zustandekam." Es müsse ferner untersucht werden, was Wirtschaftpolitik und Innovationspolitik beitragen könnten, um innovative Prozesse zu beschleunigen, so der Ko-Autor.

Universitäre und private Forschung gleichstellen

Gemäss den Vorstellungen der SATW-Autoren sollte die neue schweizerische Innovationsstiftung eng mit der bestehenden Kommission für Technologie und Innovation (KTI) des Staatssekretariats für Wirtschaft (seco) zusammenarbeiten. Bisher darf nämlich die KTI private Unternehmen nicht mit Risikokapital versehen. Sie kann bloss Firmen unterstützen, die als Start-ups im geschützten Rahmen der öffentlichen Hochschulen heranwachsen.

Die SATW schlägt vor, Firmen, die Forschung betreiben, in weit grösserem Masse zu fördern als heute. "Universitäre und private Forschung würden auf diese Weise wie in Finnland auf dieselbe Stufe gestellt", sagte Hotz-Hart.

Mängel bei Kooperation

Ein weiteres Fazit aus dem Länder-Vergleich: In der Schweiz klappt die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure in der Innovationspolitik nur ungenügend. Die Autoren der Studie empfehlen deshalb die Schaffung eines Innovationsrates nach dem Vorbild des finnischen Wissenschafts- und Technologierates.

In diesem Gremium sitzen der Premierminister und wichtige Exponenten aus Politik und Wirtschaft an einem Tisch."Eine solche Institution würde es ermöglichen, eine gemeinsame Vision über Innovation zu entwickeln", sagte Hotz-Hart.

swissinfo

Fakten

Finnland belegt in zahlreichen internationalen Vergleichen Spitzenplätze punkto Wettbewerbs-Fähigkeit und Innovationen.
Der Grund für diesen Erfolg liegt in den massiven Investitionen im Bereich Forschung und Entwicklung, welche finnische Unternehmen, Unis und Forschungs-Institute tätigen.
In einer Studie der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften über das "finnische Innovations-Wunder" empfehlen die Autoren, was die Schweiz aus den Erfahrungen Finnlands lernen und übernehmen kann.

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