Insider-Strafverfahren um Milliarden-Debakel der UBS

Das letztjährige Milliardendebakel der UBS mit dem US-Hedge-Fund Long-TermCapital Management (LTCM) hat weitere Folgen. Die Schweizer Börse schaltete die Bankenaufsichtsbehörde und die Strafverfolgungsbehörden von Zürich und Genf ein.

Dieser Inhalt wurde am 17. November 1999 - 08:42 publiziert

Das letztjährige Milliardendebakel der UBS mit dem US-Hedge-Fund Long-TermCapital Management (LTCM) hat weitere Folgen. Die Schweizer Börse schaltete die Bankenaufsichtsbehörde und die Strafverfolgungsbehörden von Zürich und Genf ein.

Die Schweizer Börse hatte eine eigene Untersuchung im Hinblick auf möglichen Insiderhandel eingeleitet wie ein Börsensprecher am Dienstag (17.11.) sagte. Untersucht wurden auffällige Kursbewegungen im Umfeld der UBS-Gewinnwarnung vom Herbst 1998. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden am Montag den Strafverfolgungsbehörden in Zürich und Genf sowie der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK) übermittelt. Der Chef der für Wirtschaftsdelikte zuständigen Zürcher Bezirksanwaltschaft, Christian Weber, sagte auf Anfrage, der Eingang solcher Unterlagen der Schweizer Börse werde als Strafanzeige betrachtet und löse somit automatisch eine Strafuntersuchung aus. Es sei abzusehen, dass das Verfahren sehr aufwändig und zeitraubend werde, sagte Weber.

Der Direktor des EBK-Sekretariats, Daniel Zuberbühler, hatte zunächst keine Kenntnis, ob die Börsenunterlagen bereits bei der EBK eingetroffen waren. Er konnte deshalb auf Anfrage noch keine Angaben über das weitere Vorgehen machen. Sollte sich jedoch ein Verdacht auf Insiderhandel ergeben, würden die betroffenen Banken schriftlich zur Auskunft über verdächtige Transaktionen aufgefordert. Es sei möglich, die Arbeiten der Strafverfolgungsbehörden und der EBK zu koordinieren, sagte Zuberbühler.

Das LTCM-Debakel hatte bei der Grossbank UBS ein Milliardenloch in die letztjährige Rechnung gerissen. Es kostete auch den ersten UBS-Verwaltungsratspräsidenten seit der Fusion von Bankgesellschaft und Bankverein, Mathis Cabiallavetta, das Amt; er wurde inzwischen durch den früheren Chemieindustriellen Alex Krauer ersetzt.

Das LTCM-Debakel war mit einer Abschreibung von 1,160 Milliarden Franken verbucht worden. Hinzu kam ein Rückschlag im Aktienderivatgeschäft; und auch der Vergleich mit US-Sammelklägern drückte auf den letztjährigen Ganzjahres-Reingewinn. Dieser lag mit 3,030 Milliarden Franken deutlich unter dem letztjährigen Halbjahresresultat von 3,511 Milliarden Franken.

SRI und Agenturen

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