Kanton Bern: Orkan Lothar hat auch dem Wildbestand zugesetzt

Der Weihnachtsorkan “Lothar” hat im besonders stark betroffenen Kanton Bern auch dem Wild arg zugesetzt. Noch sind keine genauen Zahlen bekannt - voraussichtlich sind die Schäden am Wildbestand aber mit jenen des letzten Lawinenwinters vergleichbar.

Dieser Inhalt wurde am 05. Januar 2000 - 13:28 publiziert

Der Weihnachtsorkan “Lothar” hat im besonders stark betroffenen Kanton Bern auch dem Wild arg zugesetzt. Noch sind keine genauen Zahlen bekannt - voraussichtlich sind die Schäden am Wildbestand aber mit jenen des letzten Lawinenwinters vergleichbar.

Der Lawinenwinter 1999 hatte bei Steinwild und Gämsen insgesamt mindestens 600 tote Tiere gefordert. “Lothar” hat das Wild mindestens gleich schlimm, in einzelnen Gebeiten sogar stärker getroffen als die Lawinen, sagte Jagdinspektor Peter Juesy am Mittwoch (05.01.) auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Gämsen stark betroffen

Stark betroffen sind die Gämsen. Die Tiere überwintern laut Juesy auf einer Höhe von 1’000 bis 1’500 Metern, wo viele Schutzwälder völlig zerstört worden sind. In vielen Gebieten, etwa im Engstligental ob Frutigen, sind so laut Juesy ganze Einstandsgebiete der Gämsen niedergemäht worden.

Er habe von den Wildhütern aus den Regionen in den letzten Tagen bereits zahlreiche Meldungen über tote Tiere erhalten, so Juesy weiter. Eine Schätzung des Schadens sei aber schwierig, weil die Schadensgebiete noch nicht ausgeholzt seien. Bis Mitte Februar will Juesy mit Wildhütern eine Bestandesaufnahme zusammentragen.

Die Schäden am Wildbestand seien aber in jedem Fall “massiv” und schlimmer als beim Sturm “Vivian” im Jahr 1990. “Vivian” hatte in einzelnen Gbieten des Kantons den Gämsbestand um rund einen Zehntel dezimiert.

Reh- und Gämsbestand stabilisiert

Abgesehen von den noch unbekannten Schäden nach den Weihnachsstürmen hat sich der Reh- und Gämswildbestand im Kanton Bern in den letzten Jahren jedoch stabilisiert, wie das kantonale Amt für Information mitteilte. Nach den Weihnachsstürmen ist es laut Juesy aber nicht ausgeschlossen, dass die Jäger in der nächsten Saison nur noch eine Gämse abschiessen dürfen. Bereits 1999 galten für Reh und Gämse reduzierte Abschussquoten.

Neben dem strengen Winter 1998/99 hatten in den letzten Jahren verschiedene Faktoren zu einer starken Abnahme der Reh- und Gämswildbestände geführt. Diesem Trend wurde mit einer reduzierten Bejagung entgegengewirkt, der laut Juesy nun erste Auswirkungen zeigt. Der Rehbestand steige im östlichen Mittelland und im Berner Jura wieder klar an und erhole sich langsam auch im Berner Oberland. Der Gämswildbestand scheint sich laut Juesy auf tiefem Niveau zu stabilisieren.

1999 sind im Kanton Bern rund 12’000 Gämsen und 20’000 Rehe gezählt worden. Mitte der Neunzigerjahre waren es noch rund 16’000 Gämsen und 22’000 Rehe.

SRI und Agenturen

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