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Kein Fleisch aus Argentinien, aber weiterhin aus der EU

Wegen der Maul- und Klauenseuche ist wohl Schluss mit Bündnerfleisch aus Argentinien.

(Keystone)

Wie die EU verhängt auch die Schweiz ein Importverbot für Fleisch aus Argentinien. Dies, weil auch in Argentinien Fälle von Maul- und Klauenseuche aufgetaucht sind. Anders ist die Schweizer Position gegenüber der EU: Hier gilt ein Importstopp für lebende Klauentiere, nicht aber für Fleisch.

Für die Einfuhr von lebenden Kühen, Schweinen, Schafen, Ziegen und Hirschen aus der EU erteilt die Schweiz vorübergehend keine Bewilligung mehr. Dies beschlossen das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) und die Kantonstierärzte an einer ausserordentlichen Konferenz vom Dienstagnachmittag (13.03.) in Bern.

Weitere Massnahmen, etwa ein Import-Verbot für potenziell gefährliche Lebensmittel oder ein Verbot von inländischen Viehmärkten und -ausstellungen, wurden vorerst nicht beschlossen. Verzichtet wird vorläufig auch auf Kontrollen und Desinfektionen von aus dem EU-Raum einreisenden Personen.

"Wir müssen jetzt die Entwicklung abwarten", sagte BVET-Sprecher Heinz K. Müller. Derzeit sei in Frankreich nur ein Fall bekannt. Die im laufenden Jahr aus Frankreich in die Schweiz importierten 22 Tiere befinden sich zur Zeit noch in Quarantäne. Alle Einfuhren von Klauentieren aus dem EU-Raum seit Juli 2000, insgesamt 182 Tiere, würden von den Kantonstierärzten auf Maul- und Klauenseuche (MKS) untersucht. Dies sei bereits vergangene Woche angeordnet worden.

Bauern wollen Fleischverbot auch aus der EU

Der Schweizerische Bauernverband (SBV) fordert weitergehende Abwehrmassnahmen gegen das hoch ansteckende Virus. So sei die Einfuhr von potenziell gefährlichen Lebensmitteln aus dem EU-Raum zu verbieten. Personen müssten an den Grenzen besser kontrolliert und informiert werden, um das Einschleppen der Seuche auf diesem Weg zu verhindern.

Eine Einschränkung von Besuchen von Aussenstehenden auf Bauernhöfe und ein vorläufiges Aussetzen von Viehausstellungen und -märkten, dies weitere Forderungen er Bauern. Unterstützung erhalten sie dabei nun auch vom Grenzkanton Thurgau, das Thurgauer Kantonsparlament hält das Abwehrkonzept des Bundes ebenfalls für ungenügend.

EU verbietet Viehexporte aus Frankreich

Die Europäische Union hat Viehexporte aus Frankreich verboten. Vorläufig gilt bis Ende März ein Export-Verbot für Klauentiere wie Schweine, Rinder, Schafe und Ziegen sowie Sperma dieser Tiere. Auch Fleisch- und Milchprodukte aus der betroffenen französischen Region dürfen nicht mehr ausgeführt werden.

Bereits reagiert haben auch die USA: Sie haben die Einfuhr aller Tiere und Tierprodukte aus EU-Ländern verboten. Der Importstop sei vorübergehend, teilte das Landwirtschafts-Ministerium mit.

Europaweit hartes Vorgehen gegen Argentinien

Nachdem auch MKS-Fälle in Argentinien bekannt geworden sind, haben die Schweiz und die EU rasch reagiert: Europaweit herrscht ein Importverbot für lebende Tiere, rohes Fleisch und Milchprodukte aus dem südamerikanischen Land.

Peter Dollinger Bundesamt für Veterinärwesen wies zudem darauf hin, dass das Risiko bei dem in die Schweiz importierten Fleisch aus Argentinien gleich null sei. Denn es handle sich um knochenfreies, gereiftes Fleisch, in dem das MKS-Virus absterbe.

Der Fachmann kritisierte Argentinien zugleich wegen mangelnder Transparenz über die Maul- und Klauenseuche. Die Schweiz habe Argentinien bereits am vergangenen 8. März schriftlich um Informationen ersucht, bisher aber keine Antwort erhalten. Deshalb bestehe auch kein Anlass, sich den Massnahmen der EU nicht anzuschliessen.

Seit Jahresbeginn sind laut Dollinger rund 30 Tonnen Fleisch aus Argentinien in die Schweiz eingeführt worden. Im Jahr 2000 betrugen die Rindfleisch-Importe 1'468 Tonnen.

swissinfo und Agenturen

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