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Konzessionen für Spielbanken laufen harzig

Wer die Kugel rollen lassen darf, das entscheidet die Spielbanken-Kommission nach strengen Kriterien.

(Keystone)

Nur mühsam kommt die Konzessionsvergabe für Geldspiel-Betriebe voran. Die Bedingungen des Bundes sind hart, und die Branche bekundet Mühe, diese zu erfüllen und sich vom Schmuddel-Image zu lösen.

Die Schweizer Bevölkerung verbannte per Volksentscheid 1995 aus fast der Hälfte der Schweizer Kantone die Geldspielautomaten. Drei Jahre später trat das neue Spielbankengesetz in Kraft: Geldspiel wurde erlaubt, aber nur in sogenannten Spielbanken, also Kasinos oder Kursälen. Die Konzessionen für diese Spielbanken erteilt der Bund.

Die Konzessions-Gesuche mussten bei der Eidgenössischen Spielbanken-Kommission (ESBK) gestellt werden. Die 58 eingegangenen Gesuche wurden in den letzten Tagen von der ESBK sortiert. Trotzdem wird es noch dauern, bis die ersten Kasinos mit unbeschränktem Spieleinsatz die Tore öffnen: Die Gesuche erfüllen nur in wenigen Fällen die Bedingungen des Bundes.

ESBK durchleuchtet alles

Die siebenköpfige ESBK will viel wissen, bevor eine Konzession erteilt wird: Geschäftspartner, Struktur der Aktien, Leumund, Strafregisterauszug, Steuerausweis der letzten zehn Jahre, Sozialkonzepte und die Geschäftsführung werden peinlich genau untersucht. So scheint es beispielsweise für die Swiss Casino AG, die sich um 12 Konzessionen bewirbt, eng zu werden: Nach einem Millionen-Flop einer Tochterfirma in Florida hat sie nach Ansicht der ESBK eine zu kleine Eigenkapitalbasis. Das schreibt die "Weltwoche" in der Ausgabe vom Donnerstag (11.01.).

Die Zeitung schreibt weiter, dass gegen verschiedene Firmen der Golden Games Gruppe Strafuntersuchung eröffnet wurde. Diese Gruppe beherrscht nach eigenen Angaben 80 Prozent des Schweizer Geldspiel-Automaten-Marktes. Sie gehört fast vollständig einem einzigen Mann: dem 48-jährigen Peter Schorno. Sein grösstes Kasino-Projekt ist nach Angaben der "Weltwoche" ein 42-Millionen-Kasino in der Nähe des Flughafens Zürich. Gerade in der für die Konzessionierung kritischen Phase, so schreibt die Zeitung, werde gegen Schorno ermittelt.

Markus Huber, Sprecher ESBK, bestätigte am Donnerstag (11.01.) den entsprechenden Bericht der "Weltwoche". Es bestehe der Verdacht, dass Glücksspielautomaten betrieben werden, die von den Bundesbehörden nicht zugelassen seien. Auf die vier Konzessionsgesuche, die die Golden Games eingereicht hat, habe die Strafuntersuchung keinen Einfluss, da die Unschuldsvermutung gelte.

Der Fall wirft ein schlechtes Licht auf die ganze Geldspiel-Szene. Denn diese kämpft immer noch an einem Image, das alles andere als perfekt ist.

swissinfo und Agenturen

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