Labile Baubranche

Trotz Grossbaustellen, wie diese hier in Zürich: der positive Trend in der Bauwirtschaft flacht ab. Keystone Archive

In der Baubranche schwächt sich der Aufwärtstrend wieder ab. Die Gewinnmarge im Baubereich ist im vergangenen Jahr erneut gesunken. Sorge macht den Bauunternehmen insbesondere die starke Kosten-Verteuerung. Verärgert ist der Baumeisterverband zudem über die Gewerkschaften.

Dieser Inhalt wurde am 29. Mai 2001 - 14:23 publiziert

"Der positive Trend in der Bauwirtschaft ist eher wieder am Abflachen," sagte der Zentralpräsident des Schweizerischen Baumeisterverbandes, Heinz Pletscher, am Dienstag (29.05.) an der Jahres-Pressekonferenz in Zürich. Die Bauwirtschaft habe eine starke Kostenteuerung zu verkraften, welche aus den Lohnanpassungen mit den Sozialpartnern hervorgegangen sei.

Der positive Trend in der Bauwirtschaft flache nach seinen Beobachtungen eher wieder ab, erklärte Pletscher. Die für die Branche charakteristische Wellenbewegung setze bereits wieder ein. Allerdings sei er zuversichtlich, dass ein eigentlicher Einbruch wie in Deutschland in der Schweiz nicht stattfinden werde.

Die Bauvorhaben der öffentlichen Hand seien gewaltig. Aus diesem Grund dürften die Budgets der Gemeinden, Kantone und des Bundes nicht heruntergefahren werden.

Preiskampf drückt auf Gewinnmarge

Sorge mache den Bauunternehmern die schwache Teuerungs-Kompensation. Die effektiven Mehrkosten aufgrund der Lohn- und Materialkostenaufschläge könnten immer noch nicht weitergegeben werden. Deshalb sei die Gewinnmarge weiter gesunken - vor allem ausserhalb der grossen Wirtschaftszentren.

Selbst in den Ballungszentren wie Zürich und Genf/Lausanne hätten sich die Preise trotz einem eigentlichen Bauboom zu wenig erholt. Grund sei eine "echte Reisläuferei" aus den Randregionen in die Ballungszentren.

Verärgerung über Gewerkschaften

SBV-Präsident Pletscher kritisierte in Zürich zudem die Gewerkschaft Bau und Industrie GBI wegen der Androhung von Kampfmassnahmen. Wichtig seien nun Konflikt-Management und gemeinsame Image-Pflege für die Branche. Dem seien weder Drohungen noch die kürzlich veröffentlichte Studie über die Gesundheit älterer Bauarbeiter förderlich.

Die Baumeister wollen die bestehende Flexibiliät erhalten und die Lebensarbeitszeit der Beschäftigten verkürzen. Mehr Ferien lehnen die Baumeister ab. Bei den Löhnen ist laut Pletscher kaum ein grosser Schritt möglich.

swissinfo und Agenturen

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