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Lötschberg- Basistunnel Nord getauft

Mit der Taufe des Basistunnels Nord hat die BLS AlpTransit am Freitag (11.08.) eine Haupt-Bauetappe der Lötschberg-NEAT in Angriff genommen. Die Vorbereitungen für den NEAT-Basistunnel am Gotthard laufen derweil auf Hochtouren.

Dieser Inhalt wurde am 11. August 2000 - 15:51 publiziert

Die Taufe des Lötschberg- Basistunnels Nord fand rund 1'500 Meter unter Tag im so genannten Fusspunkt Mitholz statt. Anwesend waren mehr als 300 geladene Gäste, darunter rund 200 Bergleute.

Im Schein von an den Tunnelwänden montierten Fackeln weihten ein katholischer und ein protestantischer Geistlicher den Tunnel ein. Die Berner Baudirektorin Dori Schaer-Born wünschte den Bergleuten "Glück auf" bis zum geplanten Hauptdurchschlag zwischen den Kantonen Bern und Wallis, der auf Ende 2004 geplant ist.

Der Bau des 34,6 Kilometer langen und 3,2 Mrd. Franken teuren Lötschberg Basistunnels wird an insgesamt fünf Stellen in Angriff genommen: an den Portalen in Frutigen (BE) und Raron (VS) sowie an den Zwischenangriffen in Mitholz (BE), Ferden (VS) und Steg (VS). Der geplante Eröffnungstermin ist Ende 2006/Anfang 2007.

Ab Mitholz wird eine Tunnelröhre von 7,5 km in Richtung Frutigen geführt. Zwei 8,7 km lange, rund 40 Meter auseinanderliegende Röhren werden im Sprengverfahren Richtung Süden vorgetrieben.

Keine Probleme auf der Südseite

Auch auf der Walliser Seite kommen die Arbeiten voran. Beim Los Steg wird die Bohrmaschine von Oktober an den Vortrieb auf 8,5 Kilometer Länge vornehmen. Beim Zwischenangriff Ferden sind die Arbeiten am 4,2 km langen Fensterstollen seit November 1998 im Gang. Der Vortrieb soll diesen Herbst beendet werden.

Ab dem Portal Raron werden seit drei Wochen durch Sprengungen Vorbereitungsarbeiten für den Vortrieb der zwei Basistunnel- Röhren ausgeführt. In der Oströhre kommt ab April 2001 auf 10,2 km eine Tunnelbohrmaschine zum Einsatz.

Vorbereitungen am Gotthard auf Hochtouren

Derweil laufen am Gotthard die Vorbereitungen für den Bau des längsten Eisenbahntunnels der Welt auf Hochtouren. In der zweiten Hälfte 2001 werden die Hauptarbeiten vergeben. Der Tunnel wird voraussichtlich 2012 in Betrieb genommen.

Der 57 km lange Gotthard-Basistunnel (GBT) besteht aus zwei Einspurröhren von je 9,5 m Durchmesser und zwei doppelten Spurwechseln. Unter Sedrun und Faido werden zwei Multifunktionsstellen gebaut, die als Nothaltestellen dienen. Der Abstand der Röhren beträgt 40 Meter. Alle 325 m werden Querverbindungen erstellt.

Es wird mit einer Gesamtbauzeit von zwölf Jahren gerechnet. Bei Vollbetrieb der Arbeiten werden zwischen 2'000 und 2'500 Arbeiter im Einsatz sein. Die Kosten für den Tunnel werden auf rund 7 Mrd. Franken geschätzt.

Nach Inbetriebnahme des GBT können täglich 200 bis 220 Züge verkehren, bei Vollausbau 300. Heute hat der Gotthard eine Kapazität von 140 bis 170 Zügen. Die Transportkapazität wird auf 40 Mio. Tonnen verdoppelt. Die Spitzengeschwindigkeit liegt künftig für Reisezüge bei 250, für Güterzüge bei 160 Stundenkilometern.

Die einzelnen Etappen

Im Abschnitt Sedrun (6,2 km) ist der 1 km lange Zugangsstollen fertig. Der Vortrieb der Tunnelröhren beginnt wahrscheinlich im Herbst 2002 und dauert bis 2007. Im Abschnitt Amsteg (11,4 km) sind vom 1,8 km langen Zugangsstollen 1,2 km vorgetrieben. Mit dem Bau der Tunnelröhren wird voraussichtlich im Herbst 2001 begonnen. Die Arbeiten dauern bis 2006.

Im Abschnitt Erstfeld (7,4 km) ist die Baustelle noch nicht eröffnet. Zurzeit sind die Arbeiten für das Auflageprojekt im Gang, nachdem sich der Bundesrat für die Linienführung Talvariante entschieden hat. Der Bau am Tunnel beginnt voraussichtlich 2002 und dauert bis 2006.

Im Abschnitt Bodio (16,6 km) erfolgte im Juli 2000 die erste Sprengung am Basistunnel. Gebaut wird bis 2006. Im Abschnitt Faido (15,1 km) sind vom 2,6 km langen Zugangsstollen bis jetzt 972 m vorgetrieben. Die Arbeit an den beiden Röhren des Basistunnels beginnt voraussichtlich im Herbst 2001 und dauert bis 2007.

Grosses internationales Interesse der Tunnelbauer

Im Juli und August wurden die Begehungen für die an den Hauptlosen (mit Ausnahme Erstfeld) interessierten Unternehmen durchgeführt. Das Interesse ist laut GBT-Erstellerin AlpTransit Gotthard AG sehr gross. Der Bau des längsten Eisenbahntunnels sei prestigeträchtig und eine Herausforderung für die renommiertesten internationalen Tunnelbauer.

Erwartet wird, dass sich fünf bis sieben Konsortien (mit jeweils bis zu 30 Firmen) bilden und Offerten für den Tunnelbau einreichen werdem. Für eine einzelne Firma ist der GBT eine Nummer zu gross.

swissinfo und Agenturen

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