Lohnstrukturerhebung 98: Gehälter beim Bund und in der Privatwirtschaft gleichen sich weiter an

Gemäss ersten Ergebnissen der neuesten vom Bundesamt für Statistik (BFS) durchgeführten Lohnstrukturerhebung lag der standardisierte monatliche Bruttolohn 1998 in der Privatwirtschaft bei 5'000 Franken und in der Bundesverwaltung bei 5'900 Franken.

Dieser Inhalt wurde am 05. November 1999 - 11:03 publiziert

Gemäss den provisorischen Ergebnissen der neuesten vom Bundesamt für Statistik (BFS) durchgeführten Lohnstrukturerhebung lag der standardisierte monatliche Bruttolohn 1998 in der schweizer Privatwirtschaft bei 5'000 Franken und in der gesamten Bundesverwaltung bei 5'900 Franken.

Ein Vergleich mit den Ergebnissen aus der letzten Erhebung von 1996 zeigt einen generellen Anstieg des Lohnniveaus in der Privatwirtschaft um 3,1 Prozent. Innerhalb der einzelnen Wirtschaftssektoren stiegen die Löhne für den Sektor Produktion um 2,5 Prozent, während die Zunahme für den Dienstleistungssektor gemäss den provisorischen Ergebnissen mit 3,4 Prozent etwas höher lag. In der gesamten Bundesverwaltung ist das Niveau der monatlichen Bruttolöhne hingegen um 2,5 Prozent zurückgegangen.

Branchenspezifische Unterschiede

Auch 1998 wurden beachtliche Unterschiede zwischen den Lohnniveaus der verschiedenen Branchen registriert. Mit 3'400 Franken monatlich lag das Gastgewerbe beispielsweise mehr als 3'000 Franken unter dem Betrag in der chemischen Industrie. Die meisten Wirtschaftszweige befanden sich indes im mittleren Segment mit einem Zentralwert zwischen 4'000 und 6'000 Franken. Davon entsprachen das Baugewerbe, das Gesundheits- und Sozialwesen und die Metallverarbeitung mit ca. 5'000 Franken Bruttolohn ziemlich genau dem Schweizer Zentralwert. Über dem Durchschnitt lagen beispielsweise die Energiewirtschaft, das Kreditgewerbe, die Versicherungen und die chemische Industrie mit einer Lohnhöhe von 6'500 Franken und mehr.

Die monatlichen Bruttolöhne in der Bundesverwaltung lagen im Erhebungsjahr 1998 um gut 100 Franken tiefer als zwei Jahre zuvor. Mit ein Grund für das gesunkene Lohnniveau waren gemäss BFS die in den letzten Jahren getroffenen Sparmassnahmen im Personalbereich des Bundes. Vor allem aber sei der Rückgang auf die Neuaufteilung der PTT in Post und Swisscom zurückzuführen. Die Post gehört weiterhin zur Bundesverwaltung, derweil die Swisscom zur Privatwirtschaft gerechnet wird. Der Qualifikationsstand der Beschäftigten dieser zwei Unternehmen ist grundsätzlich verschieden: die Tätigkeitsbereiche der Post konzentrieren sich hauptsächlich auf Dienstleistungen im direkten Postverkehr, während die Swisscom einen hohen Stellenanteil im Forschungs- und Entwicklungsbereich aufweist.
In den anderen Teilen der Bundesverwaltung haben die Löhne zugenommen.

Löhne beim Bund und in der Privatwirtschaft lassen sich nur bedingt vergleichen

Aufgrund unterschiedlicher Aufgabenstellungen und einer spezifischen Arbeitsplatz- und Personalstruktur könne die Lohnhöhe im öffentlichen Sektor nicht direkt mit derjenigen der gesamten Privatwirtschaft verglichen werden, schreibt das BFS in seiner Medienmitteilung. Die in der Privatwirtschaft vorherrschenden Klein- und Mittelbetriebe drücke das durchschnittliche Lohnniveau tendenziell nach unten.

Weiterhin grosse Lohndifferenzen zwischen Frauen und Männern

In der Privatwirtschaft lag der Zentralwert der Frauenlöhne über alle Branchen hinweg nach wie vor deutlich unter demjenigen der Männer (4'200 Franken bzw. 5'400 Franken). Die Gründe solcher Lohndifferenzen sind Angaben des BFS vielseitig: einerseits sei der Frauenanteil in Bereichen mit tief entlöhnten Tätigkeiten immer noch hoch, anderseits bildeten die Frauen auf Kaderstufe auch heute eine Minderheit. Der Frage, inwieweit gleichwertige Arbeit mit gleichem Lohn entschädigt wird, könne jedoch erst in einer vertieften Analyse der Daten nachgegangen werden.

Die endgültigen Ergebnisse der Lohnstrukturerhebung 1998 werden voraussichtlich im Dezember 1999 erscheinen.

SRI und Agenturen

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