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Luchs-Abschüsse sind neu Kantonssache

Der Entscheid über Leben oder Tod von Wölfen, Luchsen und Bären liegt nun in den Händen der Kantone.

(Keystone)

Wenn ein Luchs mehr als 15 Schafe gerissen hat, können ihn die Kantone zum Abschuss freigeben. Der Bundesrat hat die Abschuss-Kompetenz für Luchse, Wölfe und Bären, die untragbare Schäden verursachen, an die Kantone delegiert.

Die Kantone verlangten diese Kompetenz als Voraussetzung für die Umsiedlung von Luchsen aus den Nordwestalpen in die Nordostschweiz. Diese Umsiedlung soll den Lebensraum des Luchses erweitern, da Autobahnen, Siedlungen, Bergkämme, Flüsse und Seen die natürliche Ausbreitung verhindern.

Bund bestimmt Kriterien für Abschuss

Die Abschuss-Kompetenz für Grossraubtiere, die untragbare Schäden verursachen, wird versuchsweise für höchstens drei Jahre an die Kantone delegiert. Wolf, Luchs und Bär bleiben aber weiterhin geschützte Tierarten. Der Bund behält die Oberaufsicht und bestimmt die Kriterien für den Abschuss eines Tieres.

Beim Luchs ist der untragbare Schaden mit 15 Schafen definiert. Bei Wolf und Bär, die aus Italien in die Schweiz kommen könnten, werden die Kriterien erst noch erarbeitet. Neu leistet der Bund für Schäden von Bibern, Fischottern oder Adlern einen Beitrag von 50 Prozent; die Kantone müssen die restlichen 50 Prozent übernehmen.

Die Entschädigungen für Schäden, welche durch die heute rund 100 erwachsenen Luchse verursacht wurden, werden vom Bund wie bisher mit 80 Prozent übernommen. Die übrigen 20 Prozent werden von den Kantonen bezahlt. Vorbeugend finanziert der Bund beispielsweise Hirten, Herdenschutzhunde oder Schutzhalsbänder.

WWF skeptisch

Der WWF Schweiz reagiert skeptisch auf den Entscheid das Bundesrates. Er erwarte, dass die Kantone sich ihrer Verantwortung bewusst seien, heisst es in einer Mitteilung.

Die Umweltorganisation setzt vielmehr auf Schutzmassnahmen für Schafe. An der bisherigen Sorglosigkeit der Schafhaltung in der Schweiz müsse sich einiges ändern. Die Abschuss-Bewilligungen müssten an die Anwendung von Massnahmen wie Schutzhunde geknüpft werden, schreibt der WWF.

swissinfo und Agenturen


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