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Man mag sie, die Kleinen!

Offensichtlich zufrieden kuschelt sich die Kaninchenfamilie vor Tausenden Ausstellungsbesuchern aneinander. swissinfo.ch

Rund 13'000 Kaninchen, Hühner, Enten, Gänse, Tauben, Ziervögel und Meerschweinchen wollten dieses Wochenende begutachtet und bestaunt werden.

Dieser Inhalt wurde am 09. Januar 2005 - 22:03 publiziert

Die Ausstellung "Kleintiere 05" in Bern ist die grösste jemals in der Schweiz durchgeführte Kleintierausstellung.

Ohrenbetäubendes Gackern und Krähen, sanftes Gurren und aus kleinen Kehlen ertönendes melodiöses Zwitschern verweben sich in den verschiedenen Hallen zu Geräuschteppichen, welche die Tausenden grossen und kleinen Besucherinnen und Besucher der "Kleintiere 05"-Austellung in Bern empfangen.

Auf dem BEA-Gelände in Bern werden gut 3000 Hühner und Hähne präsentiert. Dazu rund 4700 Kaninchen, 3500 Tauben, 400 Brieftauben, 1400 Ziervögel und andere mehr - insgesamt rund 13'000 Tiere.

Riesige Arten- und Rassenvielfalt

Rund 8000 Ausstellerinnen und Aussteller präsentieren gesamthaft gegen 400 Arten und 1000 Rassen in vielen hundert Farbvarianten. Jedes Tier wird von einem der 250 in- und ausländischen Experten bewertet.

Und so findet Bundesrat Christoph Blocher, unter dessen Patronat die Ausstellung stattfindet, denn auch: "Diese grosse Schau für kleine Tiere hat mehr Ausstrahlung als die zahlreichen Schauen für 'grosse Tiere' aus Politik, Wirtschaft und Kultur."

Kleinviehzucht als Schweizer "Brauchtum"

Die fachmännische Begutachtung der ausgestellten Tiere durch viele junge und alte Ausstellungs-Besuchende zeigt eindrücklich, dass es ausser Fahnenschwingen, Trachten- und Ländler-Ensembles oder Jassmeisterschaften wohl kein schweizerischeres Hobby gibt als die Kleintierzucht.

Anzutreffen sind aber auch "gewöhnliche" Tierfreunde, die einfach Spass an der ungeheueren Vielfalt der ausgestellten Tierarten und Rassen bekunden. Darunter viele Kinder unterschiedlichsten Alters. Sie ergötzen sich vor allem an den Kaninchen, Meerschweinchen, Zwergziegen und den verschiedenen Vogelarten.

Harmlose "Russen"...

Für Laien sehen sie alle gleich aus, die Kaninchen derselben Rasse, die meist in stoischer Ruhe in ihren Boxen liegen. Und die Kaninchen-Halle ist gerammelt voll mit in langen Reihen aufgestellten Boxen.

Was für Namen die verschiedenen Rassen haben! Kleinsilber, Dreifarben-Kleinschecke, Alaska, Havanna, Sachsengold, Holländer, Englische Schecken, Schweizer Feh, Russen, Zwerg-Widder, Hermelin, Riesenbelgier, Holländer usw.

... und "Kubaner"

Zumindest was die Hoppeltiere angeht, scheint die Integration von Ausländern ja gut geklappt zu haben. Monika Furrer aus Heiligkreuz im Entlebuch, erste und einzige Frau in der schweizerischen Kaninchenexperten-Vereinigung, winkt jedoch ab: "Der Havanna ist kein Kubaner. Er hat aber ein Fell in der dunkelbraunen Farbe der Tabakblätter einer Havanna-Zigarre."

Weiter erklärt sie: "Der Belgier stammt ursprünglich aus Belgien, der Sachsengold aus Sachsen. Japaner und Russen haben jedoch keine Wurzeln in den entsprechenden Ländern."

Schönheit, Robustheit, Gesundheit

Die schönsten Kleintiere werden zu Champions erkoren und deren stolze Besitzer mit Spezialpreisen und Medaillen ausgezeichnet. Organisatorin der nationalen Schau ist die Schweizerische Gesellschaft für Kleintierzucht (SGK).

Neben den Kaninchenexperten sind an der Schau auch Richter für Hühner, Gänse, Enten, Fasane, Truten, Tauben und Ziervögel am Werk. Jedes der rund 13'000 teilnehmenden Tiere wurde akribisch untersucht und bewertet.

Für Gion Gross, Präsident der SGK, steht bei dieser Ausstellung die Schönheit der Tiere im Vordergrund. Nicht minder wichtig ist für Monika Furrer aber auch die Gesundheit und Robustheit der Tiere. Nur so könnten die Züchter Verantwortung gegenüber der Natur und dem Tier übernehmen.

Auszeichnung bringt Imagegewinn

Der Gewinn einer Auszeichnung ist für den Züchter eine wichtige Bestätigung. Monika Furrer: "Wenn man von einer schweizerischen Rammlerschau eine Goldmedaille nach Hause bringt, kann man stolz darauf sein und das Image als Züchter wird enorm aufgewertet."

Egal, ob sie nun Kaninchen, Hühner, Enten oder Meerschweinchen züchten, der Tenor ist einhellig: Die Freude im Umgang mit den Tieren steht dabei im Vordergrund. Der wirtschaftliche Nutzen ihrer Beschäftigung ist für die Kleintierzüchter zweitrangig.

Wirtschaftsfaktor im Nischenbereich

Und trotzdem: Die edle Wolle des Angorakaninchens ist ein gefragter Stoff für Winterunterwäsche.

Weiter "produzieren" die Mitglieder des Schweizerischen Rassekaninchen-Zuchtverbands (SRKV) jährlich rund 300 Tonnen Fleisch. Und diesem Umstand kann man eine gewisse wirtschaftliche Bedeutung nicht absprechen.

Nachwuchsprobleme

Für Gion Gross ist die Kleintierzucht mehr als ein Hobby. Sie "bedeutet Liebe zur Natur und zur lebendigen Kreatur, ist Erhaltung lebendigen Kulturgutes, heisst soziale Arbeit und bewahrt wichtige genetische Ressourcen".

Die Kaninchenexpertin Monika Furrer gesteht Nachwuchsprobleme ein: "Heute ist es nicht einfach, die Jungen zu motivieren, es ist ein Hobby, mit dem man sich 365 Tage im Jahr beschäftigen muss."

Und so gibt es offensichtlich Nachwuchsprobleme in den Kleintierzüchter-Vereinen, "obwohl der Ausgleich zu unserer hektischen, computergesteuerten Welt immer wichtiger wird", meint Monika Furrer.

swissinfo, Etienne Strebel von der "Kleintiere 05".

Fakten

Organisatorin der "Kleintiere 05" ist die Schweizerische Gesellschaft für Kleintierzucht (SGK).
Beteiligt sind auch die vier Fachverbände für Kaninchen-, Geflügel-, Tauben- sowie Vogelzucht.
Gesamte Ausstellungsfläche: 21'000 Quadratmeter. (Fläche von mehr als drei Fussballfeldern)

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In Kürze

Die nationale Ausstellung "Kleintiere 05" vereinigt
die 20. Schweizerische Rammlerschau des SRKV,
die nationale Geflügel-Ausstellung des SRGV,
die 83. Tauben-Aausstellung des SRTV,
sowie die 32. Einzelmeistertschaft des Schweizerischen Verbands für Vogelhaltung, Vogelzucht und Artenschutz, Parus,

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