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Manna von Bill Gates für Lausanner Aids-Forscher

Giuseppe Pantaleo (links) ist vom innovativen Projekt von Bill Gates überzeugt.

(Keystone)

Die Bill-Gates-Stiftung stellt 287 Mio. Dollar für Forschungsprojekte im Kampf gegen Aids zur Verfügung. Auch das Universitätsspital Lausanne wird unterstützt.

Die Westschweizer Forscher erhalten 19 Mio. Franken für Forschungen, die zur Entwicklung eines Impfstoffs gegen die Immunschwäche-Krankheit führen sollen.

Die Stiftung des reichsten Mannes der Welt finanziert 16 Forschungsgruppen in aller Welt, die mit innovativen Konzepten an einem wirksamen Impfstoff gegen Aids arbeiten.

Beteiligt sind insgesamt 165 Forscherinnen und Forscher aus 19 Ländern. Die Spende von insgesamt 357 Mio. Franken ist die bislang grösste der Stiftung für die Aidsforschung.

Miteinander statt gegeneinander

Bedingung: Die Wissenschafter müssen die Koordination ihrer Forschungsarbeiten verstärken. Das soll grösstmögliche Effizienz in ihre Arbeiten in den Laboren bringen.

"Unsere grösste Hoffnung ist ein wirksamer Impfstoff gegen Aids, damit wir eines Tages diese weltweite Pandemie wirksam bekämpfen können", sagte José Esparza, wissenschaftlicher Berater der Gates-Stiftung. "Die Entwicklung eines Impfstoffes ist jedoch eine enorme wissenschaftliche Herausforderung."

Stossende Langsamkeit

"Wir sind frustriert, weil die Fortschritte in der Entwicklung so langsam vor sich gehen. Erfolge sind jedoch möglich, wenn wir den Spuren mit Hingabe folgen und die Zusammenarbeit auf eine neue Basis stellen", erklärte Esparza weiter.

Die Gruppen, die von der Gates-Stiftung unterstützt werden, verpflichten sich, sich gegenseitig zu unterstützen, zu kooperieren und die gewonnenen Erkenntnisse mit den anderen Forschern zu teilen.

Bisher werden die Forschungsarbeiten meist von kleinen Forscher-Teams erbracht, von denen jedes für sich in seinem eigenen Labor arbeitet.

Gedämpfte Erwartungen

Professor Luc Perrin vom Genfer Universitätsspital bezeichnete die Initiative der Gates-Stiftung als "fantastisch", warnte aber vor allzu grossen Hoffnungen.

"Ich habe bisher noch keine Grundlagenforschung gesehen, die zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg für die Entwicklung eines Impfstoffes sind", so Perrin gegenüber swissinfo. Dabei seien die Forscher schon Jahre damit beschäftigt.

Der Genfer Experte glaubt, dass es bis zur Entwicklung eines Impfstoffes noch mindestens zehn Jahre dauern würde.

Spitzenforschung in der Westschweiz

Unter den ausgewählten Projekten befindet sich auch jenes von Professor Giuseppe Pantaleo, Chef der Abteilung Immunologie und Allergie am Universitätsspital Lausanne (CHUV). Die 19 Mio. Franken erlauben es dem 20-köpfigen Team Pantaleos, seine Forschungen während fünf Jahren weiterzuverfolgen.

"Die 287 Millionen Dollar sind enorm wichtig für die Forschungen an einem Impfstoff gegen Aids", sagt der aus Italien gebürtige Pantaleo gegenüber swissinfo.

Er ist auch zuversichtlich, dass die geforderte Zusammenarbeit zwischen den internationalen Forschergruppen funktionieren wird. "Das Programm stellt eine richtiggehende kulturelle Revolution dar", findet er. Denn alle Verantwortlichen hätten sich zu Transparenz verpflichtet. Informationen und Resultate der jeweiligen Programme werden demnach auf einer zentralen Datenbank gesammelt.

Millionen von Opfern

Neben diesem Projekt soll in Lausanne auf dem selben Fachgebiet ein zweites Forschungsprojekt gestartet werden. Die Schweizer Regierung will sich zusammen mit andern Partnern finanziell am Aufbau eines Schweizer Impfinstitutes am Universitätsspital Lausanne beteiligen, wie Charles Kleiber, Staatssekretär für Bildung und Forschung, sagte.

Die Intensivierung der Forschungen für einen Aids-Impfstoff sind heute nötiger denn je: Rund 42 Millionen Menschen sind mit dem Aids-Virus angesteckt und rund drei Millionen sterben jedes Jahr daran. Die Gebiete unter der Sahara in Afrika werden als die am schlimmsten betroffene Region betrachtet.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Weltweit sind 38,6 Mio. Menschen mit dem Aids-Virus infiziert.
2005 starben 2,8 Mio. Menschen an Aids.
Über 60% aller Aids-Kranken leben in Schwarz-Afrika.
In der Schweiz leben 28'600 Menschen mit dem Virus, bei 22'000 ist die Krankheit ausgebrochen.

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In Kürze

Bill Gates, mit vollem Namen William Henry Gates, wurde 1955 geboren. Er gründete 1975 das Unternehmen Microsoft.

Das Software-Unternehmen entwickelte sich explosionsartig, hauptsächlich wegen des Betriebssystems Windows, mit dem die Mehrheit der Computer ausgestattet ist.

Windows machte Bill Gates zum reichsten Mann der Welt. Sein Vermögen wird auf 51 Mrd. Dollar geschätzt.

2000 trat Gates als CEO von Microsoft zurück, um sich ganz der Stiftung Bill & Melinda Gates zu widmen. Das Hauptengagement der Stiftung liegt in den Bereichen Gesundheitswesen und Alphabetisierung.

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